Wie wir SEO & Content in Einklang bringen

SEO meets Content

Fakt ist: Ein User klickt nur in den seltensten Fällen auf Snippets, die auf der zweiten, dritten oder vierten Seite der Google Suchergebnisse zu finden sind. Daher ist es für Webseiten von existenzieller Bedeutung, im Ranking auf den vordersten und somit sichtbarsten Plätzen zu erscheinen. Schließlich besteht dort eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ein Suchergebnis geklickt wird. Auf Seite 1 der Suchergebnisseiten (SERPs) ist also der meiste Traffic abzugreifen – wenn man richtig vorgeht.

In meiner Artikelreihe möchte ich euch einen kleinen Einblick in die Wichtigkeit guten Contents in Sachen SEO, Rankings und Sichtbarkeit für Webseiten bieten. Vorab sollte allerdings geklärt sein, was „Content“ eigentlich ist, was Content zum „guten Content“ werden lässt und warum guter Content so wichtig geworden ist (oder: „auf was unsere Kunden heutzutage setzen“).

Unter „Content“ wird so gut wie alles verstanden, das im Netz kursiert – also weitaus mehr als reiner Text, auch wenn ich mich im Folgenden verstärkt auf dieses Content-Format fokussieren werde. „Content“ umfasst neben Webtexten die verschiedensten Inhalts-Formate, wie bspw. Videos, Bilder oder Podcasts. Um daraus „guten Content“ – oder besser „richtig, richtig guten Content“ – werden zu lassen, gilt es, die jeweiligen Formate richtig zu nutzen. Kernziel ist es, dem User eine optimale Nutzungserfahrung (User Experience) zu bereiten – ganz egal, um welches Format es sich handelt. Sprich: Die gefühlte Qualität der Interaktion muss für den Nutzer zu jeder Zeit so hoch wie möglich sein.

 

Die Wichtigkeit guten Contents für Marken & Unternehmen

„Die nachlassende Kundenloyalität gegenüber Marken generell aufzuhalten ist eine der größten Herausforderungen des Marketing und der Kommunikation in den nächsten Jahren“

Peter Haller, Gründer der Agenturgruppe Serviceplan

 

The Naked Brand zeigt deutlich, wie wichtig der Faktor „Transparenz“ im Marketing ist: Die Käufer handeln heutzutage selbstbestimmt, was ihr Verhalten unvorhersehbar macht. Daher können es sich Unternehmen nicht mehr erlauben einfach zu behaupten, dass sie großartig sind – sie müssen es beweisen und ihre (potentiellen) Kunden überzeugen!

„Ein Unternehmen wird für die Gesellschaft nicht nur wirtschaftlich wesentlich, sondern auch intellektuell“

Alexander Jutkowitz, Harvard Business Review

 

Es geht nicht mehr nur darum im „Onlineshop für Schuhe“ die „roten High-Heels“ besonders schön zu umschreiben um möglichst viele davon zu verkaufen. Heutzutage sticht derjenige heraus, der neben produktbezogenen Kerninhalten auch weiterführende Informationen bereitstellt. In unserem Beispiel wäre dann neben einer detaillierten Beschreibung der „roten High Heels“ auch eine „Anleitung zur richtigen Schuhpflege“ zu finden (schließlich soll die Kundin noch lange Freude an ihren neuen Schuhen haben). Es ist also an der Zeit Inhalte bereitzustellen, mit denen sich sowohl Brand als auch User identifizieren können – Inhalte, die emotionale Werte vermitteln.

Quelle: https://www.demandmetric.com/content/content-marketing-infographic

Aber worauf setzen denn nun unsere Kunden, wenn es um guten Content geht? Was kann der „richtig, richtig gute Content“ (High Quality Content) alles bewirken? In erster Linie gewinnt High Quality Content die Aufmerksamkeit der Leser – und zwar mithilfe relevanter, interessanter und hochwertiger Inhalte. Wer dies langfristig schafft, generiert eine ideale Basis für:

  • eine höhere Attraktivität der Marke, des Angebots oder des Unternehmens
  • eine klare Abhebung von der Konkurrenz
  • ein geschärftes Image
  • eine gestärkte Markentreue
  • eine erhöhte Kundenbindung und -loyalität
  • den Aufbau einer Stammkundschaft
  • eine erhöhte Chance auf externe Erwähnungen / Weiterempfehlungen
  • einen deutlichen Traffic-Zuwachs
  • die Gewinnung neuer Leads
  • höhere Absatzzahlen
  • eine kostensparende, digitale Unterstützung des Kundenservice

Quelle: https://triplepro.bg/

 

2011: Achtung, Panda!

High Quality Content – heutzutage ein wichtiger Faktor in Sachen Online Marketing und Suchmaschinenoptimierung. Aber wie kam es eigentlich dazu?

Bereits im Jahr 2011 wurde das erste Google Panda Update vom Ingenieur Naveet Panda ins Leben gerufen. Seitdem verfolgt Google stetig das Ziel, seinen Usern besonders hochwertige Antworten auf ihre Suchanfragen zu liefern. Dabei liegt der Fokus vor allem auf der inhaltlichen Gestaltung einer Webseite – einer wesentlichen Bewertungsgrundlage für Keyword Rankings und Sichtbarkeitswerte.

„Wer die besseren Inhalte hat, gewinnt!“

Eck / Eichmeier, Die Content-Revolution im Unternehmen

 

Mithilfe der Panda Updates werden qualitativ schlechte Webseiten erkannt und in den SERPs entsprechend herab gesetzt. Ziel des Pandas ist es, die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern, sodass dem Suchenden mehr qualitativ hochwertige Webseiten in den SERPs angezeigt werden. Webseiten mit qualitativ minderwertigen Inhalten werden durch das Update auf die hinteren Positionen in den SERPs verschoben.

Matt Cutts zu Panda mit Tipps für betroffene Webseiten-Besitzer

 

Wichtige Kriterien für „guten Content“

Im Folgenden findet ihr einen kleinen Auszug aus relevanten Faktoren, die seit dem Google Panda Update in Sachen Keyword Rankings und Sichtbarkeit von Suchmaschinen besonders berücksichtigt werden. Auf diese (und mehr) solltet ihr deshalb bei der Content Erstellung besonders achten.

 

1. Das Wichtigste zuerst…

Ein User ist nicht nur neugierig und auf der Suche nach Antworten – sondern vor allem auch eines: ungeduldig! Wer nicht auf Anhieb nützliche Antworten auf einer Webseite findet, der stöbert ganz einfach weiter. Und genau deshalb müssen die wichtigsten Inhalte immer an erster Stelle stehen: auf einer Seite, in einem Textabschnitt und auch einem einzelnen Satz.

 

2. Originale schaffen (Unique Content)

Die Einzigartigkeit und Qualität des Contents bilden ein wichtiges Kernelement für Google Bewertungen. Sind auf einer Webseite vor allem originale Inhalte vorhanden, so wird diese als positiv eingestuft und rutscht in den sichtbaren Bereich bzw. auf die oberen Ränge der Google SERPs. Eine geringe Menge an originalen Inhalten bewirkt das Gegenteil. Selbes gilt für einen hohen Anteil an doppelten oder kopierten Inhalten (Duplicate Content).

 

3. Fehlerfreiheit

„High Quality Content“ ist frei von Fehlern! Und das sowohl inhaltlich, als auch formal. So steht die korrekte Anwendung von Grammatik und Rechtschreibung (aus der Sicht des Lesers) für die Bildung des Autors. Dies beeinflusst die wahrgenommene inhaltliche Qualität und fördert langfristig das Vertrauen, das einer Webseite oder Marke entgegengebracht wird. Hinter der Wichtigkeit diesen Faktors könnte sich die Google Voicesearch Thematik verbergen. Hierbei werden Informationen aus Webseiten extrahiert, um Fragestellungen der User zu beantworten. Dabei steht der Wahrheitsgehalt logischerweise an erster Stelle. Wie bereits in Patenten erwähnt wurde, wird Google diesen künftig genauer messen.

 

4. Hilfreiche Inhalte

Guter Content sollte allerdings nicht nur fehlerfrei, sondern vor allem hilfreich für den User sein. Damit dieses Kriterium erfüllt ist, muss der Webseiteninhalt aus relevanten Informationen bestehen, die die Suchanfrage der User beantworten. Geht dabei immer vom „echten“ menschlichen Leser aus und beantwortet möglichst alle Fragen zu einem Thema. Darunter fällt auch der Aspekt, ob Seiteninhalte und Snippet-Inhalte (Titel- und Meta-Description) mit der Suchanfrage übereinstimmen.

 

5. Textlänge

Hochwertiger Content braucht vor allem eines: Platz. Nicht nur, um alle relevanten Informationen bestmöglich in einem Content Stück zu verpacken, sondern vor allem auch, um Google ausreichend Futter zur Auswertung liefern zu können. Hierfür gilt: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Schließlich schreiben wir immer noch für den „echten Leser“, der möglichst schnell an Antworten auf seine Fragen kommen möchte.

 

6. Holistische Inhalte

Guter Webseitencontent beschreibt eine Thematik nicht nur umfangreich, sondern beleuchtet diese auch aus verschiedenen Perspektiven. Wichtig ist dabei, dass der Themenfokus einer Seite für Google jeweils klar zu erkennen ist. Nur so kann von der Suchmaschine eine themenrelevante, hilfreiche Antwort auf die Suchanfrage des Users ausgegeben werden.

 

7. Links

Weiterführende Informationen und der angemessene Einsatz sinnvoller Verlinkungen werden von Suchmaschinen wie Google ebenfalls positiv gewertet. Die Linkstruktur muss dabei vor allen Dingen logisch aufgebaut sein und dem User die Navigation erleichtern – sowohl auf einer bestimmten Webseite als auch nach außen.

 

8. Aktualität

Die Notwendigkeit regelmäßiger inhaltlicher Updates oder Erweiterungen hängt stark von der jeweiligen Branche oder des Content Typs ab. Suchanfragen mit starkem Aktualitätsbezug erfordern logischerweise häufigere Anpassungen als Inhalte, die nie veralten (Evergreen Content), wie bspw. „Wie binde ich meine Schuhe?“. Je nach Bedarf wird der Faktor „Aktualität“ mehr oder weniger für die Bewertung berücksichtigt.

 

9. Keyword-Stuffing

Qualitativ hochwertige Webtexte besitzen keine „Keyword-Dichte“. Diese Zeiten sind vorbei. Es geht heute weder um eine zu hohe, noch um eine „angemessene Keyword-Dichte“. Zwar wird nach wie vor ein unnatürlich häufiges Vorkommen eines Keywords als negativ bewertet, dennoch würde ich nicht empfehlen, sich an Häufigkeiten eines Keywords als Maßstab festzubeißen. Schreibt stattdessen für den echten Leser und fokussiert in erster Linie interessante Inhalte. Keywords sollten natürlich trotzdem im Text platziert werden – und zwar an den Stellen, an denen Google ihnen mehr Beachtung schenkt: bspw. in Überschriften (H1, H2), zu Beginn und am Ende von Textabschnitten, in den Meta-Tags und bei eingebundenen Bildern oder Videos.

 

10. WDF*IDF

Als hilfreiche Alternative zu harten Keywords und ständigen Wortwiederholungen können weitere passende Begriffe verwendet werden. Google sieht die Verwendung sinnvoller Wörter in einem angemessenen Umfang als wesentlich wichtiger an, als einen reinen Keyword-Fokus. Gestaltet eure Webtexte also vor allem leserfreundlich und natürlich. Dies beeinflusst die Interaktion des Users mit der Seite positiv – was wiederum als positives Bewertunskriterium für Google gilt.

 

 

Fazit

Google achtet seit dem Panda Update verstärkt auf die Qualität von Webseiten Content – genau genommen seit dem Jahr 2011.  Dieser Artikel zeigt euch grundlegende Einblicke in einige der wichtigsten Kriterien, die hochwertigen Content ausmachen und die von Google stark berücksichtigt werden.

Wie ihr Themenpotentiale entlarvt, diese für den Leser „snackable“ aufbereitet und deren Erfolge messt, erfahrt ihr in den folgenden Artikeln der „Panda is King“ Reihe. Bis dahin merkt euch eines: Inhalte, die dem menschlichen, „echten“ Leser (und nicht nur dem Bot) gefallen gehören mittlerweile zum obersten Google-Gebot.

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