Unser Recap zur CMCX 2019

CMCX 2019: Content-Marketing, Native-Advertising & Influencer-Marketing

Auch dieses Jahr waren wir mit dabei, als die CMCX Content-Marketing Conference & Expo in München ihre Tore für über 5.000 Besucher öffnete. Neben der Statler und Waldorf Stage wurde auch die Solution Area zur Bühne für namhafte Speaker wie Autor und Moderator Micky Beisenherz oder die beiden Influencer Felix von der Laden und Maria Astor. An zwei Tagen wurden Einblicke in das Content-Marketing großer Brands wie McDonald’s, BMW, Hornbach oder Disney geboten, aber auch spannende Podiumsdiskussionen geführt. Ein klarer Fokus wurde in der diesjährigen Agenda neben Content-Marketing auf die Themen Native-Advertising und Influencer-Marketing gelegt.

Unsere Highlights aus den Vorträgen möchten wir in diesem Recap gerne mit euch teilen.

 

„Content-Marketing – wirklich Mehrwert für etablierte Marken?“

Keynote, Susan Schramm (Vorstand Marketing, McDonald’s Deutschland)

McDonald’s setzt bei seinen Marken- und Werbebotschaften auf Relevanz. Es sollen Stories erzählt und nicht primär Produkte beworben werden. Die Geheimformel von McDonald’s lautet daher: Erzählt um das Produkt herum und nicht nur vom Produkt selbst. Die Erfahrung von Susan zeigt, dass definitiv positives Feedback erwartet werden kann, wenn ehrliche Inhalte verbreitet werden. Packende Stories sollten aber nicht nur ehrlich sein, sondern vor allem kanalübergreifend und im Team kreiert werden. Nur, wer seinen Content intelligent distribuiert und streut, wird damit auch maximale Erfolge einfahren.

Die McDonald’s Kampagne „Popov the Clown“ zeigt deutlich, wie sich fesselnde und emotionale Stories auf die Werbebotschaft bzw. Markenwahrnehmung auswirken.

 

„Relaunch of bmw.com – The new digital home of the brand“

Jürgen Poggenpohl (Global Head of Digital Marketing, BMW Group)

In diesem Vortrag wurden spannenden Einblicke in den Go-Live-Prozess von insgesamt nur 9 Monaten geboten. BMW stand während des Kick-Offs vor folgenden vier neuen Herausforderungen des Zeitalters der Digitalisierung:

  1. „Always on“: Wir alle sind immer und überall online. Wie erreiche ich das Interesse meiner Zielgruppe, ohne sie zu nerven?
  2. „Reachpocalypse“: Wir alle sind immer und überall erreichbar. Welche Kanäle sind die richtigen für welche Werbebotschaft?
  3. „Social Ego-System“: Wir sortieren aus und nutzen beispielsweise Ad-Blocker, um den Input, der auf uns einprasselt zu bereinigen. Wie gelange ich mit meinem Content ins Relevant-Set?
  4. „From Push to Pull“: Die Art des Marketings hat sich verändert. Wie überzeuge ich trotz herrschendem Marketing-Overkill und bringe den User dazu, aktiv meine Inhalte zu konsumieren?

BMW unterteilt seine Inhalte in folgende drei Content-Arten:

  1. „Buzz-Content“: Inhalte, die unterhalten und Spaß machen sollen.
  2. „Love-Content“: Inhalte, die mit Emotionen überzeugen und einen gewissen Lifestyle verkörpern.
  3. „Search-Content“: Inhalte, nach denen aktiv gesucht wird, die erklären und Hilfestellung bieten. Zum Beispiel „Wie verbinde ich mein iPhone mit Apple CarPlay?“

Die aktuell vorhandenen Content-Mengen unterteilt BMW in folgende zwei Dimensionen: Brand – Product, Company – User. Die Einteilung nach diesem Schema ergab einen sichtbar ungenutzten Bereich: Brand-Content mit klarem User-Fokus. Aus Sicht von BMW fehlt Content zu Lifestyle, Design und Mobilität. Themen ohne direkten Produktbezug und somit weniger werblichem Tonus. Was wir daraus mitnehmen können? „Pull wider, push smarter“ – d. h. mit besonders breit gefächerten emotionalen und informativen Inhalten im Upper-Funnel der Customer-Journey ansetzen und im Verlauf des Verkaufstrichters immer konkreter zum eigentlichen Ziel, dem Kauf, hinführen.

Die geplanten Next-Seps von BMW sind:

  1. Google AMP-Stories nutzen, um noch schneller und „more engaging“ zu wirken.
  2. Push-Notifications nutzen, um die Nähe zum User zu wahren.
  3. Weiterführende, emotionale Themen projektieren, wie „Roadtrip to happiness“

„Bruder im Geiste – warum bei HORNBACH Content schon immer King war“

Katja Sottmeier (Leitung Digital, CRM, Media & Analytics, HORNBACH Baumarkt)

Hornbach besticht seit Jahren mit individuellen Werbebotschaften, die sich nicht nur thematisch von den Mitbewerbern abheben, sondern auch voller Humor stecken, der perfekt auf die Zielgruppe ausgerichtet ist. Im Vortrag ging es um drei wesentliche Punkte, die das Content-Marketing von Hornbach ausmachen:

  1. Haltung
  2. Differenzierung
  3. Konsequenz

„Unser Produkt ist der begeisterte Kunde“ und „Wir sind die Kathedrale des Schaffens“ sind nur zwei Beispiele, die die Haltung und Einstellung der Marke beschreiben. Die einzigartige Positionierung von Produkten und der Marke selbst spricht für sich: Hornbach bietet seinen Kunden Hilfestellung in allen Bereichen und ist nicht einfach nur ein Baumarkt, der verkauft. Mit der Meisterschmiede und diversen Projektkatalogen geht die Marke nicht nur ideal auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Kunden ein, sondern bespielt diese zudem kanalübergreifend – digital und print.

#HERRENZIMMER

#HELDENKRANZ

#HORNBACHHAMMER

 

„🍆 #Aubergine. Let’s talk digital: wie das zweideutigste Emoji der Welt die Markensympathie verdoppeln konnte“

Anna-Katharina Desel (Director Digital Branding & Content Marketing, Unitymedia NRW)

Für was steht eigentlich das Auberginen-Emoji? Die einen sehen darin eine sexuelle Bedeutung, während andere es als einfaches Gemüse auf die Einkaufsliste setzen. Und da wären wir schon beim Thema: Digitale Missverständnisse. Im Vortrag ging es darum, wie diesen vorgebeugt werden kann und wie klare Botschaften entwickelt werden können. Unitymedia arbeitet hierfür in drei Teams:

  1. Team „Strategy“: Erarbeitet eine klare Content-Strategie.
  2. Team „Media“: Wählt die effektivsten Kanäle und Formate für Kampagnen aus.
  3. Team „Content-Creation“: Erstellt die Inhalte für ausgewählte Medien.

Für Unitymedia geht es um verschiedene Segmente und Stories, die je nach Kanal gespielt werden. Wichtig ist dabei, nicht in Silos zu denken und den Content nicht abteilungs- sondern zielgruppenspezifisch zu kreieren. Das neuste Projekt „Was? Das geht?“ findet ihr hier: https://www.youtube.com/wasdasgeht

„Content Marketing brauchen wir nicht! – Sieben Schritte wie ihr interne Stakeholder von Content Marketing überzeugt“

Annette Karoline Link-Thoma (Manager Digital Content Strategy, Pfizer Pharma GmbH)
Maria Scham (Digital Marketing Manager, Pfizer Pharma GmbH)

Wer kennt es nicht – „zu unsicher!“, „zu teuer!“, „zu langsam!“? Annette und Maria präsentierten einen interessanten Einblick in das Vorgehen der Pfizer Pharma GmbH, wenn es darum geht, die wichtigen Entscheider und Stakeholder von Content-Marketing zu überzeugen. Zunächst wird zwischen drei Arten von Stakeholdern unterschieden:

  1. Der Zahlenmensch: Ihn interessieren vor allem Umsatzzahlen, Neukunden etc.
  2. Der Markteroberer: Er will sich als Experte am Markt etablieren und Kompetenz beweisen.
  3. Der Kundenorientierte: Loyalität und Vertrauen der Kunden sind für ihn das höchste Gut.

Und nun zu den Tipps:

  • erstellt eine Stakeholder-Map (Ziele, Bedürfnisse, Hürden etc.)
  • beachtet das Marktumfeld
  • sprecht die Sprache eures Ansprechpartners
  • verknüpft die Vorteile von Content-Marketing mit den Unternehmens-Zielen
  • spart am Aufwand und nicht an der Qualität (Stichwort: Content-Recycling)

Worauf ihr im Überzeugungsprozess unbedingt achten müsst:

  1. Zeit: Zeigt eine detaillierte Ressourcenplanung auf und unterteilt eure Maßnahmen in kurz-, mittel- und langfristig.
  2. Geld: Nennt Budget-Spannen, die dem Unternehmen gerecht werden.
  3. Impact: Zeigt auf, wie und vor allem wie stark eure geplanten Maßnahmen auf die Unternehmens-Ziele einspielen.

Native Advertising – Wo stehen wir heute?

Coskun Tuna (Co-Founder und Geschäftsführer, Seeding Alliance GmbH)

Überall Müll – egal, ob in den Weltmeeren oder im Web. Wir schaffen es heutzutage einfach nicht mehr, zu leben ohne so gut wie alles zu vermüllen. Coskun schuf in seinem Vortrag eine geschärfte Wahrnehmung für die Wertschätzung, die wir unserer Zielgruppe mit unseren Werbebotschaften entgegenbringen sollten. Der Weg geht dabei weg von komprimierten Infos (z. B. in Bannern) hin zu Storytelling. Dem Konsumenten auf Augenhöhe zu begegnen ist dabei das große Ziel.

Wie das geht, erklärte er an folgendem Beispiel: Wir haben eine Story und dazu drei Teaser. Diese Teaser können für unterschiedliche Ansprachen genutzt oder als Basis für A/B-Tests verwendet werden. Welcher Teaser am besten funktioniert, lässt langfristig erkennen, welcher Content für welche Plattform am besten geeignet ist.

Aber was sind eigentlich Native Ads? Im Vortrag wurden 7 Merkmale vorgestellt:

  1. Paid Media Vehikel
  2. für Content, der im Zuge des Content-Marketings erstellt wurde,
  3. gekennzeichnet als Werbung,
  4. hinsichtlich Form und Funktion,
  5. frei von Störungen und Unterbrechungen,
  6. teilbar in sozialen Netzwerken und
  7. im redaktionellen Umfeld der Publisher veröffentlicht

„Von Buzzword zu Begeisterung – Was Content Marketing mit Haltung, Umfeld und Schmetterlingen zu tun hat“

Tim Rottländer (Director Brand Studio, iq digital mediamarketing)

Wusstet ihr, dass 75 % der Unternehmen fehlende Sympathie als Grund für Nicht-Einstellung eines Bewerbers angeben? Wir brauchen also Persönlichkeit und nicht nur reine Fakten, um zu überzeugen – egal, ob im Bewerbungsgespräch oder im Marketing! Macht das, wofür ihr steht und für das, was euch antreibt. Habt Spaß und freut euch an dem, was ihr kreiert. Nur so kann das gewisse Etwas, die Begeisterung und das Prickeln auch beim User erzeugt werden.

Neben der Seitenaufenthaltsdauer (Time-on-Site), Klickzahlen und weiteren einfach skalierbaren Daten sind für Tim folgende Faktoren ausschlaggebend für den Erfolg einer Kampagne:

  1. Aufmerksamkeit
  2. Intensität
  3. Engagement

Für ihn ist die Glaubwürdigkeit einer Marke wichtiger als deren Reichweite. Für ihn bedarf Content-Marketing einem langfristigen Denkansatz: Im Upper-Funnel ansetzen, dort begeistern und wenn die Awareness der Zielgruppe erreicht ist, konkreter zum Kauf hin arbeiten.

„The Indoor Generation – Wie können wir Tageslicht eine höhere Relevanz geben?“

Klaus Gollwitzer (Bereichsleiter Marketing, Mitglied der Geschäftsleitung, VELUX Deutschland)

VE – LUX: Das steht für Ventilation und Lux (Einheit der Beleuchtungsstärke). VELUX verkauft keine Dachflächenfenster, sondern frische Luft und Tageslicht. Das eigentliche Produkt wird als Teilelement eines ganzen Lösungsangebots für die Indoor Generation gesehen. Und genau diese Werte werden auch dem User vermittelt. Es geht vielmehr um Gesundheit, Lebensfreude und -qualität als um den Verkauf von Fenstern. Der Produktanteil in der Markenkommunikation ist gering und überzeugt trotzdem. Es geht um die ganz persönlichen Bedürfnisse und Werte, die durch Kampagnen nicht erst noch geschaffen werden müssen. Eine perfekte Basis, um mit emotionalen und packenden Kampagnen wie der Indoor Generation zu glänzen:

 

“Wie die Sparkassen alle Kommunikations- und Marketingdisziplinen im Newsroom zusammenbringen“

Christian Achilles (Leiter Kommunikation und Medien, Deutscher Sparkassen- und Giroverband)

Der Begriff „Newsroom“ wird als neue Art der internen Organisation aller Kommunikationsaktivitäten eines Unternehmens dargestellt. Christian Achilles zeigte, wie das Content-Marketing der Sparkasse eine einheitliche Kommunikation innerhalb der gesamten Sparkassen-Finanzgruppe schaffte und damit erfolgreiche Kampagnen erzielte. Es wurden neue Strukturen geschaffen und der Blick auf das Unternehmen gerichtet: Wie sehen die Kunden das Unternehmen? Ebenso richtet sich der Blick nun auf die Bedürfnisse der Kunden und nicht mehr auf die Produkte selbst. Durch diese Denke wurden die nächsten Kampagnen in drei Typen gegliedert:

  1. Tagesaktuelle Themen und welchen Einfluss sie auf das deutsche Finanzsystem haben, z. B. Präsidentschaftswahl USA, Brexit
  2. Saisonale Themen, die besondere Anlässe hervorrufen, z. B. die Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea
  3. Kampagnen-Content mit langfristiger Planung, z. B. Rente für Frauen

Durch die neuen Strukturen eines Newsrooms gelang es der Sparkassen-Finanzgruppe eine dezentrale Ausrichtung des Content-Marketings.

 

„Warum Kultur der MVP in der Content Strategie von adidas ist“

Frank Thomas (Director Digital – Corporate Communications, adidas)

Im Mai 2016 launchte adidas seine neue digitale Plattform „GamePlan A“. Dabei handelt es sich um ein Business-Lifestyle-Magazin, das Themen aus Sport, Business und Lifestyle aufgreift. Die Plattform sollte die Kultur der Marke verwirklichen und als Kraft der Content-Marketing-Strategie dienen, um eine bessere Beziehung zu den Kunden aufzubauen. Auf dieser Plattform sollen vom Sport inspirierte Geschäftsleute, Mitarbeitern und potenzielle Mitarbeiter eine Beziehung zueinander aufbauen und sich in der zur Verfügung gestellten Community austauschen. Zwei Thesen sind hierfür ausschlaggebend:

  1. Content-Marketing muss kontinuierlich Momente der Relevanz kreieren.
  2. Kultur ist die Basis der Relevanz.

Die Kultur, also gemeinsame Werte, Ideen, Verhalten, Normen und Überzeugungen, sollte ein Grundrauschen im Content einer Plattform erzeugen. Folgende Punkte sorgen für die benötigte Relevanz:

  • Interesse
  • Aktualität
  • Verständlichkeit
  • Identifikation
  • Vertrauenswürdigkeit

Um diese Themenrelevanz bei der Content-Produktion stets zu berücksichtigen, wurde in der Redaktion von GamePlan A eine Author’s Journey definiert. Nachdem ein Thema vorgeschlagen wurde, wird die DNA des Beitrages geprüft und ob diese mit der Marke und der Kultur übereinstimmt. Daraus entwickelt sich ein übergeordnetes Thema und ein Trigger – welche Aktion soll bei der Zielgruppe bewirkt werden? Ist die Basis definiert, wird die Beitragskategorie sowie der Distributionskanal bestimmt. Anschließend setzt die Redaktion den Beitrag anhand des Content-Guides um.

Wer also mit seinem Content kulturell relevant bleiben möchte, muss eine gemeinsame Basis mit der Zielgruppe schaffen und einen gemeinsamen Fokus finden. Wer die Kultur konsequent einbringt und mit Vorbildern arbeitet erzeugt die gewünschte Relevanz.

 

 „Data-driven Audience Development – mit welchen Inhalten sich international neue Zielgruppen digital erschließen lassen“

Andreas Heyden (CEO, DFL Digital Sports)

Dieser Vortrag lieferte spannende Einblicke in die Arbeit der DFL Digital Sports im internationalen Content-Marketing. Der CEO Andreas Heyden schenkte Einblicke in die Ansätze, mit maximalen Emotionen, neue Zielgruppen für den deutschen Fußball zu begeistern. Die DFL hat mit drei Painpoints zu kämpfen:

  1. Die Kampagnen sind extrem saisonal: Winter- & Sommerpause, Hin- & Rückrunde
  2. Die Spieltage sind von Freitag bis Montag, ergo von Dienstag bis Donnerstag schwächt das Engagement der Fans ab.
  3. Die Globalität der deutschen Bundesliga, die in 211 Ländern gezeigt wird, und die unterschiedlichen Zeitzonen, die deshalb berücksichtigt werden müssen.

Ebenso hat sich das Geschäftsmodell der DFL geändert. So werden mit Medienpartnern wie DAZN, Sky oder Amazon gemeinsame Marketing-Kampagnen umgesetzt, um die Fans weltweit anzusprechen. Ein Schritt ist die Nutzung von User-Generated-Content an fußballfreien Tagen.

Für die Individualisierung und Internationalisierung von Content wird auf eine automatisierte Content-Produktion gesetzt. Die gesamten Spiele und Spielberichte seit Beginn der Bundesliga 1963 wurden digitalisiert, getaggt und in einer Datenbank gespeichert. Aktuell spielen insgesamt 260 internationale Stars aus 60 Nationen in der Bundesliga. So entsteht ein lokales Broadcasting nicht nur in Deutschland, sondern auch in Südamerika, USA, Afrika etc. Damit die jeweiligen Länder der Fußballstars die passenden Snippets für die Berichterstattung erhalten, werden mithilfe von KI individuelle Inhalte rund um Spieler und Teams zusammengestellt und an die Broadcaster als Vorproduktionen weltweit versandt.

Dieser Best-Case ist ein super Beispiel für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Content-Produktion.

 

„Influencer Generated Content – Die Revolution im Content Marketing?“

Dr. Stefano Balestra (Managing Director bei Collabary, Zalando Marketing Services)

Best in Class Fashion Marken geben 3-4 Mal mehr für Content und Influencer Marketing aus, als die übrigen Marken und das mit Erfolg. Der durchschnittliche Social Media Konsum liegt bei 2 Stunden täglich. Grund genug, diesen Plattformen seine Aufmerksamkeit zu schenken. Doch wie lässt sich Influencer generated Content in die eigene Markenwelt integrieren?

Die Stärke des Influencer Marketings liegt klar im Storytelling. Stefano zeigt die 3 wichtigsten Schritte auf, um effektive Geschichten umzusetzen:

  1. Definiere klare Ziele
  2. Wähle Influencer aus, die perfekt zur Marke passen
  3. Werte die Ergebnisse gewissenhaft aus

Das Ziel der Kampagne dient als Richtungsweiser. Anhand des Zieles wird die Kampagne geplant und Influencer entsprechend ausgewählt, um die Story bestmöglich zu transportieren. Der Erfolg der Kampagne kann anhand vieler KPIs gemessen werden. Ein sehr wichtiges ist die Awareness. Um diese zu messen kann beispielsweise verglichen werden, wie viel über die Marke und die Konkurrenzmarken vor Start der Kampagne gesprochen wird und wie sich das Verhältnis während und nach der Kampagne verändert hat.

„Der Content ist tot – es lebe Content 4.U“

Olaf Mörk (Director Marketing + Communication bei (Welt)marktführern)

Adblocker, Firewalls und knappe Zeitressourcen bei der Zielgruppe erschweren die Content-Erstellung. Welcher Content ist überhaupt noch relevant und wie platziere ich ihn erfolgreich bei Zielgruppe und Suchmaschine?

Die Antwort: Zwei Content-Arten in den Fokus rücken und Touchpoints ausmisten. So sollte Social-Content auf freiwilliger Basis der User veröffentlicht werden. Ein Beispiel liegt in Großbritannien, wo fast 400.000 Einkaufswagen auf den Straßen herumirren. Mit der dazugehörigen Kampagne sollten Spaziergänger jeden Einkaufswagen, den sie auf der Straße sehen fotografieren und lokalisieren. Freiwillige sammelten diesen dann ein und brachten ihn dem entsprechenden Supermarkt zurück.

Auf der anderen Seite ist Educational-Content eine gute Basis, um Relevanz beim Endnutzer zu erzeugen. So wurde Ende 2018 der Überspannungsschutz zur Pflicht. Hier steht der Informationsbedarf des Endkunden deutlich vor der Werbebotschaft und der Verkaufsintention des Unternehmens. Wer also rechtzeitig auf die Gesetzesänderung aufmerksam machte, hatte einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Fazit: Wer den richtigen Content zur passenden Zeit der richtigen Zielgruppe liefert und dabei auf eine effiziente Umsetzung achtet hat trotz Hindernissen Erfolg!

 

“How to Brand & Sell with Content Marketing: Wie Acer gemeinsam mit CHIP Abverkauf generiert”

Felix Gordon (Executive Director, CHIP)
Karina Groschberger-Wex (Head of Brand Marketing, BurdaForward Advertising)

Seit 40 Jahren ist CHIP Deutschlands größtes Verbraucherportal und macht regelmäßig unabhängige Testes, um Nutzer zum Kauf von Produkten zu motivieren. Wie auch bei den Portalen Stiftung Warentest und Ökotest entscheiden die Verbraucher auf Basis der hier dargelegten Kriterien und Bewertungen, welche Produkte sie kaufen. Im unabhängigen Testlabor von CHIP stehen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer im Fokus, wodurch individuelle Formate entstehen. So gibt es zum Beispiel den Flyer-Check, der die beworbenen Produkte und Preise vergleicht und prüft. Der Produkt- und Preisvergleich auf dem Portal ist nicht mehr nur für Technik und Elektronik verfügbar. Auch Matratzen sind ein beliebtes Kaufprodukt, das zuvor einer ausführlichen Bewertung von CHIP unterzogen wurde. Jeder zweite vertraut der Marke, da sie zuverlässig regelmäßige Produktinformationen liefert. Dabei werden nicht nur die positiven Eigenschaften beworben, auch negative Testbewertungen werden beschrieben.

Ein eigenes Testsieger-Logo sowie die Reichweite des FOCUS-Magazins leisten einen großen Beitrag, um Content-Expertise und SEO-Sichtbarkeit zu erzielen!

Dieses Vertrauen nutzt CHIP in Kooperation mit ACER. Der Erfolg: Die Markensympathie des Notebook-Herstellers ist um 10 % gestiegen.

„Komm, wir gehen Kunden fangen! Content muss sich monetarisieren!“

Philipp Moder (Geschäftsführer Leadership/Entrepreneur, Phocus Direct Communication)

Die Zeiten ändern sich. Das hat vor allem NOKIA gemerkt, als es innerhalb von fünf Jahren die Marktmacht in der Handybranche verlor. Und nun spürt es auch die Filmverleih-Kette Blockbuster, die mit ehemals 9.000 Filialen in der ganzen Welt verbreitet war. Und heute? Heute gibt es den letzten Blockbuster-Store in Oregon, USA. Netflix hat sich die Marktmacht erobert, obwohl der Filmverleih die besten Voraussetzungen hatte, das gleiche Konzept umzusetzen. Was zeigt uns das? Die Disruption kommt nicht durch Technologien, sondern durch die fehlende Kundenzentrierung. Die Buyer-Personas geraten in Vergessenheit und die Unternehmen verlieren ihre Macht.

Content muss also zur Umsatzgenerierung beitragen! So können durchaus verschiedene Content-Formate ausprobiert werden, bis die gewünschte Performance erzielt wurde. Wichtig ist auch, dass nicht nur die Awareness bespielt, sondern auch Sales-Content genutzt wird. Neue KPIs werden definiert und neue Organisationen und Kompetenzen im Team werden erkannt und genutzt.

Fazit: Inbound-Marketing sollte als Methodik gesehen werden, wobei die Technologie der Marketing-Automation unterstützt.

„Corporate Podcasting: Überraschend effektiv. Überraschend einfach.“

Gordon Schönwälder (Gründer und Geschäftsführer von Teamcastr und Podcast-Helden)

„Podcasting ist kein Hype sondern gekommen, um zu bleiben“. Diese These unterstützt Gordon zu 100 % und zeigt in seinem Vortrag auf, wer denn der durchschnittliche Podcast-Hörer ist und warum es sich lohnt, als Unternehmen einen Podcast zu starten.

Rund 10 Mio. Menschen hören wöchentlich Podcasts. Durchschnittlich sind diese Personen zwischen 14 und 49 Jahre alt, jeder 3. Hörer ist über 50. Sie sind gebildet und besitzen ein hohes Einkommen. Gordon hat uns in seinem Vortrag die wichtigsten Punkte, die für den Start eines Podcasts sprechen, zusammengefasst:

  1. Für die Produktion benötigt es kein teures Equipment
  2. Podcasts sind einfach und schnell produziert, verglichen mit Videos
  3. Durch Podcasts bewegt man die Menschen weg vom Bildschirm
  4. Die Akzeptanz von Werbung ist bei Podcast-Hörern enorm hoch
  5. Podcasts müssen kein endloser Content sein, es können auch kleine Serien zu gezielten Themen produziert werden
  6. Einzelne Folgen können gut im Voraus aufgenommen und verteilt über einen längeren Zeitraum ausgespielt werden

„Survival of the Smartest – Überlebensstrategien in der Content Schlacht“

Dr. Markus Irmscher (Xpantum Business Development)

Wie überleben wir in der aktuellen Content-Welt? Überleben nur noch große Unternehmen oder überleben wir mit effektivem Content? Dieser Vortrag zeigte neue Strategien, um den Veränderungen am Markt gewachsen zu sein. Die Probleme sind deutlich:

  • Schnelligkeit und Flexibilität fehlen oft im Unternehmen
  • Content wird immer günstiger
  • JEDER kann Content produzieren und veröffentlichen

Früher lag die Dominanz bei den Verlagen, die kritisch über die Veröffentlichung entschieden. Heute jedoch werden die meisten Inhalte von Usern erstellt. Unternehmen müssen sich also mit Expertise positionieren, um sich von Publishern abzugrenzen. Um dieses Ziel zu verfolgen, ist eine holistische Betrachtung von Content nötig und die Positionierung der Marke. Wie ist die Unternehmens-DNA? Für welche USPs steht das Unternehmen?

Um die agilen Prozesse umzusetzen, müssen strategische Partner, die langzeitig planen, mit den Mitarbeitern, die in schnell und in Echtzeit Content produzieren, zusammenarbeiten. Durch diese neue Aufteilung entsteht automatisch die benötigte Agilität.

Fazit: Nutzt Content als strategisches und operatives Business-Modell, um mit effizientem Content dem privaten Content die Stirn zu bieten!

„Blick unter die Motorhaube – Wie Sixt ein Neuprodukt durch Social Media Marketing auf die Überholspur bringt“

Christoph Assmann (Senior Social Media Mananger, Sixt)

Kann man ein Produkt ohne Suchvolumen erfolgreich vermarkten? Die Antwort lautet Ja! Christoph Assmann gewährte in seiner Keynote exklusive Einblicke in die Social-Media-Vermarktungsstrategie, der neu entwickelten Sixt Abo-Modelle – einem dem Markt bislang unbekanntem Produkt der Firma. Neben Tipps zur passenden Zielgruppenfindung im Bereich Social-Media, Anwendung und Einbindung des Facebeook-Pixles zeigte Christoph Assmann insbesondere die Vorteile des Werbeformat der Facebook- und Instagram-Story auf. Ein Werbeformat, welches durch seine Reichweite und günstigen TKP-Konditionen besticht und in Kombination mit inspirierenden Videomaterial besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Ebenfalls Teil der Präsentation waren Tag-Manager-Tricks, um den richtigen Trigger festzulegen, sowie smarte Retargeting-Lösungen zur erneuten Ansprache interessierter User. Zur Zielgruppenerweiterung und Skalierbarkeit empfahl Assmann darüber hinaus die Ansprache von Lookalike-Audiences, also Personen, die der angesprochenen Zielgruppe ähneln. Wer also bei der Vermarktung seiner Produkte auf folgende Maßnahmen achtet, kann auch bei Neuprodukten ohne Suchvolumen schnell Erfolge via Social-Media-Ads verzeichnen:

  1. Einbindung Facebook-Pixel
  2. Kreatives Videomaterial im Bereich Social
  3. Austesten von Story-Ads
  4. Tag-Manger: Trigger via Time
  5. Smart-Retargeting
  6. Skalierbarkeit über Lookalike-Audiences

Euch interessiert, welche Themen letztes Jahr auf der CMCX präsentiert wurden und welche Insights wir mitnehmen konnten? Alle Infos dazu findet ihr in unserem Recap zur CMCX 2018.

 

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