Unser Recap zum Facebook Ads Camp 2018 in Köln

Recap: Facebook Ads Camp 2018

Wir waren dabei: beim Facebook Ads Camp 2018 – oder, wie die Veranstalter sagen, bei „Deutschlands geilster Facebook Advertising Konferenz“ 😍 ! Am 04.05.2018 boten 20 Experten und Expertinnen gewinnbringende Einblicke in die Social Media Welt 🌎 . Auf der Facebook Ads Camp Bühne im Hilton Hotel Cologne wurden praxisnahe Vorträge gehalten und bisher unveröffentlichte Erfolgsstories präsentiert.

In unserem Recap möchten wir euch anhand der Konferenz-Agenda durch die Inhalte des diesjährigen Facebook Ads Camps führen. So könnt auch ihr ein paar spannende und kompakte Insights zu allen Vorträgen erhalten. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen 😊.

(Übrigens: Die Facebook Ads Camper haben euch die wichtigsten Notizen aus einigen Vorträgen in Form von Sketch Notes zusammengefasst ☺ . Diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten und haben sie mit in unseren Recap integriert.)

Keynote: A Hacking Culture 🔓

Kai Herzberger (Facebook) gab uns einen Überblick über Produkte, die Facebook demnächst ausrollt.

Unter anderem erwähnt wurden folgende Produktneuheiten:

  • Instagram Shopping
  • Reiseempfehlungen
  • Collection Ads powered by Dynamic Ads: Video mit darunter dargestellten Produkten
  • Creative Split Testing

Generell fiel oft der Begriff „Brandformance“, was verdeutlichen soll, dass es keine klare Trennung zwischen Branding- und Performance-Kampagnen gibt. Klassische „Branding“-Kampagnen, wie zum Beispiel Video Ads sind auch für den Verkauf von Produkten verantwortlich.

Eine Änderung in Bezug auf den Datenschutz gibt es außerdem zu nennen: Pixel-Daten können von Usern zukünftig manuell gelöscht werden.

 

Performance 2018: Optimierung & Skalierung von Facebook Ads 📈

Florian Litterst (adsventure.debehauptet, dass der Wettbewerb um Werbeplätze noch nie so groß gewesen sei wie heute. Dabei ist Facebook aktueller Spitzenreiter! Mit 93% ist Facebook die momentan meist genutzte Social Media Plattform für Paid Kampagnen. Allerdings ist nicht nur der Wettbewerb um Werbeflächen so groß wie nie, sondern auch die Vielzahl an Möglichkeiten, Paid Kampagnen zu veröffentlichen.

Für die Optimierung und Skalierung von Facebook Ads, gab er uns 7 Hacks an die Hand. Bei der Vielzahl von Updates sollen diese dabei helfen, Kampagnen aufs nächste Level zu bringen:

  • Advanced Pixel Tracking (z.B. Anzeigen auf Basis von Search Intent Traffic oder YouTube Traffic; DSGVO Pixel Mate für WordPress nutzen)
  • Website Custom Audiences aus Facebook Analytics
  • „Super“ Dynamic Ads (z.B. Slideshows)
  • Instagram Story Ads
  • Budget Optimization
  • Lernphase meistern (Conversion-Event „weiter oben im Funnel“ wählen; sprich: nicht Purchase)
  • BID-Type Experimente (mit Open Targeting und Optimierung auf „Wert“ oder „Impressions“)

 

Battle of the Giants: Facebook Ads vs. Influencer Marketing ⚔

Steffen Jecke (Projecter) hat seinen Vortrag mit der Vorstellung zweier Cases begonnen, in denen Agenturen ein künstliches Instagram Profil mit gekauften Stock-Fotos und gekauften Kommentaren und Followern erstellt haben. Sie wollten testen, wie lange es dauert, bis Brands auf sie aufmerksam werden und Kooperationen anbieten. Und tatsächlich konnten beide Agenturen ihre initialen Ausgaben innerhalb eines Monats refinanzieren.

Damit hat Steffen gezeigt, wie wichtig es ist, Influencer genau zu prüfen und auszuwählen. Wichtig sind nachhaltige und glaubwürdige Kooperationen.

Er hat anschließend einen Case von einem Anbieter für Klassenfahrten vorgestellt. Dieser schickt Influencer regelmäßig mit auf Klassenfahrt und beauftragt diese, danach darüber zu berichten. Dies kann in unterschiedlichen Formaten erfolgen. Bspw. hat ein Influencer ein Video produziert, in dem die „10 schlimmsten Situationen bei einer Klassenfahrt“ aufgezählt werden. Das Video wurde parallel mit Facebook Ads beworben. Ein Jahr nach Ende der aktiven Bewerbung des Videos haben sich die Aufrufe vervierfacht. Durch gutes Ranking auf YouTube erhält der Anbieter also weiterhin kostenfreie Werbung.

Zusammenfassend gab Steffen folgende Empfehlung. Facebook Ads, wie auch Influencer Marketing, haben ihre Stärken und Schwächen. Beim Thema Skalierbarkeit oder Tracking gewinnt klar Facebook; was Werbewirkung, Optik und Budget betrifft, hat meist Influencer Marketing die Nase vorne. Ein Mix, zum Beispiel aus Influencer-Content mit Bewerbung durch Mediabudget ist Steffens Empfehlung.

Facebook als Growth-Channel für B2B Startups 🔍

Dennis Fäckeler (Homelike) startete mit folgender Aussage: „Das Retargeting-Problem beginnt mit der Kanalvielfalt!“. Um der Problematik so gut es geht aus dem Weg zu gehen, präsentierte er folgende Tipps und Insights:

  • kennt eure kanalspezifischen Ziele
  • nutzt die verschiedenen Attributionsmodelle
  • setzt auf Data Warehouse
  • nutzt Facebook und Adwords Synergien aus

Unter letzterem Punkt wird die Verknüpfung zwischen Psychographic Targeting (PT) und Keyword Targeting (KT) verstanden. Während beim PT die User dort abgeholt werden, wo sie bisher noch nicht erreicht wurden, wird beim KT der Fokus auf die Suchabsicht des Users gelegt, um ihn dort abzuholen, wo bzw. wonach er aktiv sucht.

Zudem betonte Dennis: „nur was messbar ist, ist auch passiert“! Fokussiert euch auf Daten, wie Demographics, Einkommen (z.B. für Down- und Up-Selling Maßnahmen), Micro-Conversion (z.B. View-Content) und Macroconversion. Für’s Retargeting nannte er folgende drei Zielgruppen, auf die ihr euch verstärkt konzentrieren könnt:

  • Warenkorb-Abbrecher
  • Lookalikes
  • Lost Leads

 

Dynamic Product Ads on Steroids ⚙

Thomas Hutter und Nina Aemissegger (Hutter Consulthaben zu Beginn ihres Vortrags nochmal betont, dass der Kaufentscheidungsprozess aus vielen Touchpoints besteht. Werbetreibende stellen sich die Frage, wo und wann sie die Nutzer am besten erreichen können.

Die beiden empfehlen den Einsatz von Facebook Dynamic Ads. Einerseits kann damit effektiv Retargeting betrieben werden, andererseits eignet sich diese Werbeform auch dazu, um eine breite Zielgruppe anzusprechen. Es können Custom Audiences und dazugehörige Lookalike Audiences gebildet werden, die besonders angesprochen werden. Auch Bedingungen, wie Besucher ab einem bestimmten Warenkorbwert oder einer bestimmten Besucherfrequenz können definiert werden.

 

Facebook Ads Frequency Capping Advanced 👁

Andreas Grimm und Christian Penseler zeigten in ihrem Vortrag auf, wie fast jeder von View Tags profitieren kann. Hierfür nannten sie folgende Tipps:

  • erstmal Viewtags füllen, Custom Audience später ausschließen
  • Einfach = gleiches Viewtag überall einsetzen
  • Komplex = für unterschiedliche Kampagnen / Anzeigengruppen oder Anzeigen unterschiedliche Viewtags nutzen, um detailliertes Frequency Capping umzusetzen
  • Testen, messen, testen, messen,…

 

Acxiom: 3rd Party Data Targeting 🗣

Christian Färber (Acxiom) hat in seinem Vortrag zum Theme People-Based-Marketing hervorgehoben, wie wichtig es ist, alle verfügbaren Daten für nahtlose Kundenkommunikation zu verwenden. Dies können Matching Daten sein, sowie 1st Party Daten (z.B. Kundendaten aus dem internen CRM System) oder 3rd Party Daten. Möglichkeiten für 3rd Party Daten können sein:

  • Haushaltsdaten: Nettodaten, Haushaltsgröße …
  • Immobilienportale: Eigenheim, Miete, Garten …
  • KFZ-Zulassung: Marke, Neu/Gebraucht, Modell …
  • Panel-Daten
  • Transaktionsdaten: Raten-Zahlung …

Abschließend hat Christian noch den Tipp gegeben, bei zu kleinen Zielgruppen auf Lookalike-Audiences zu setzen.

 

Facebook Pixel: EU Datenschutzgrundverordnung vs. Realität 🛡

In kaum einem anderen Vortrag, wie dem von Thomas Thaler und Niklas Plutte wurde so aufmerksam gelauscht und so viel gelacht – trotz des wirklich ernsten und sehr aktuellen Themas. „Dank“ der DSGVO müssen wir uns bald von fetten ROAS verabschieden und verstärkt auf personenbezogene Daten achten. Unter „personenbezogene Daten“ fallen alle (auch pseudonymisierte!) Daten, durch die eine Identifizierbarkeit ermöglicht wird. (z.B. IP-Adressen). Firmendaten sind davon nicht eingeschlossen.

Die DSGVO ist kein Verbrauchergesetz – es geht um „echte Menschen“ und nicht um den Mensch als Verbraucher. Das Thema „Legitimation“ gewinnt dadurch enorm an Bedeutung. Einwilligungen werden somit zum Top Thema in Sachen Tracking. Dabei ist wiederum zu beachten, dass eine Einwilligung nicht mit einer Zustimmung gleichgesetzt werden kann; während eine Einwilligung ganz klar vorab eingeholt werden muss, kann eine Zustimmung auch nachträglich erfolgen.

Zudem gilt künftig das Kopplungsverbot, was bspw. vorangehakte Kästchen verbietet. Dadurch wird schließlich keine aktive Einwilligung eingeholt, sondern sie wird einfach vorausgesetzt.

Was ihr euch ebenfalls bewusst machen müsst ist: Wer ist der Verantwortliche, wer der Auftragsverarbeiter? Unter dem Verantwortlichen wird derjenige verstanden, der für Daten direkt verantwortlich ist (z.B. Agentur). Der Auftragsverarbeiter hingegen ist bspw. der Webhoster, wie 1&1. In den meisten Fällen übernimmt Facebook die Rolle des Verantwortlichen – verlasst euch allerdings nicht darauf.

Aber wann ist denn nun die Weitergabe von personenbezogenen Daten ohne Einwilligung in Ordnung? Beispielsweise dann, wenn die Daten zur Auftragserfüllung benötigt werden. So zum Beispiel bei einer Bestellung im Online Shop. In diesem Fall ist die Weitergabe der personenbezogenen Daten an bspw. DHL für die Auslieferung notwendig und erfordert keine Einwilligung des Bestellers.

Was müssen wir nun also tun, außer zwischen den Zeilen zu lesen, etwas zu raten und auf ein klein bisschen Glück zu hoffen? Thomas und Niklas gaben uns abschließend folgende 4 wichtige To Do’s mit:

  • um Einwilligungen kümmern (da nach außen sichtbar!)
  • eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung erstellen
  • Auftragsdatenverarbeitungs-Vertrag mit Dienstleister
  • datenschutzverarbeitende Vorgänge in einem Paper darlegen (Verfahrensverzeichnis)

Und noch ein Top-Tool-Tipp zum Schluss: https://avalex.de/

 

 

Mit App Install Ads auf Platz 1 der App-Store Kategorie-Charts 📱

Daniel Willms und Jochen Englisch (WetterOnline) stellten in ihrem Vortrag vor, wie sie mit Anzeigen Installationen ihrer App gesteigert haben.

Zunächst haben sie beim Setup die Struktur und entsprechende KPIs definiert, bevor sie eine Vielzahl an Anzeigen und Anzeigenvarianten gegeneinander getestet haben.

Besonderen Fokus haben sie auf wetterabhängige Anzeigen gelegt, die in Tests eine deutlichen Performance-Uplift erzeugt haben. Eine angekündigte Kaltfront haben sie geschickt im Anzeigentext, als auch im entsprechenden Anzeigenbild aufgegrifften.

Außerdem waren besonders Anzeigen erfolgreich, die generisch bzw. native anmuten.

 

From 0 to 7 figures with Facebook Ads 🚀

Dan und Luuk (GearBunch) – oder besser „Pinky & Brain“ ? – präsentierten aus Design- und Ads-Sicht.

Eine wichtige Sache, die nichts mit Ads zu tun hat, wird ständig übersehen: Was ist denn unser erstes Ziel, wenn der User auf unserer Seite landet? – Richtig, er soll klicken! Um dies zu erreichen sind 3 Arten von Tests empfehlenswert, um die CR langfristig zu optimieren:

  • A/B Testings
  • split URL Testings
  • MVT (multivariate testing)

Die Jungs von GearBunch erreichten eine Verbesserung der CR auf 250% – allein durch das Testen von verschiedenen Farben für die Call-to-action Buttons. Als hilfreiches Testing-Tool nannten die beiden https://vwo.com/.

Im zweiten Teil des Vortags wurden die 4 Phasen der Anzeigenschaltung (entland des Funnels) zusammengefasst:

  • Awareness (z.B. Videos oder „boosted Posts“, um Brand Awareness zu erreichen)
  • Consideration (z.B. Bilder, Videos, Karussell Anzeigen, Canvas, Collection Videos, etc., um breit gefächerte Conversion Ads zu schaffen)
  • Remarketing (z.B. über dynamisches Produkt-Remarketing: „Cross-Selling Dynamic Ads“ oder „Right Column Marketing“)
  • Loyalty (z.B. Dankes-Post nach einer Bestellung)

 

Messenger Marketing Revolution 💌

Molly Pittman (DigitalMarketer) hat im letzten Vortrag des Tages ihre Erfahrungen mit Messenger Marketing mit uns geteilt.

Ihrer Erfahrung nach halten sich Kunden viel im Facebook Messenger auf, kommuniziert wird derzeit noch primär mit privaten Kontakten. Im Moment gibt es noch relativ wenig Werbung, was die Werbekosten auch sehr gering hält.

Generell ist das Opt-In sehr einfach. Molly empfiehlt, bei einem Post eine polarisierende Frage zu stellen, die viele User in den Kommentaren beantworten. In dem von ihr genannten Beispiel hat ein Blogger die Frage gestellt, welches Lebensmittel man bedenkenlos vor dem zu Bett gehen noch essen kann. Auf die Antwort schaltete sich anschließend ein Bot ein, der begann, mit den Usern zu „sprechen“.

Viele User sind noch verwirrt, warum sie hier angesprochen werden. Deshalb empfiehlt es sich, den Usern kurz zu erklären, worum es geht und wie sie die Messages einfach abbestellen können.

Auf ihrer Website course.manychat.com bietet Molly einen kostenfreien Kurs an, in dem Best Practices und Anleitungen zum Thema Messenger Marketing und Bot Building geteilt werden.

 

Unser Fazit

Das Facebook Ads Camp – „Deutschlands geilste Facebook Advertising Konferenz“. Da haben die beiden Social Media Nerds Jan und Ben wohl nicht ganz Unrecht 😎! Es war uns eine Freude dabei gewesen zu sein. Vielen Dank für die spannenden Insights in das Thema Facebook Advertising. Ein Ticket für die nächste Konferenz können wir nur empfehlen.

 

Weitere interessante Recaps zum Facebook Ads Camp 2018

Unsere Fans