Recap zum Facebook Ads Camp 2019

Auch dieses Jahr wurde wieder zum Ads Camp ins Hilton Hotel nach Köln eingeladen. Michael und Katarina machten sich auf den Weg, um für euch die neusten Trends und Insights über Facebook und weitere Social Media Kanäle in Erfahrung zu bringen.
Der erste Tag startete mit einem kleinen Kennenlernen vor den Räumlichkeiten bis es dann auch schon los ging. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Moderatoren begann der erste Vortrag des Tages.

1. Vortrag: „Mehr Durchblick, mehr Umsatz: So organisierst und optimierst du deine Facebook & Instagram Ads 2019 richtig” – Florian Litterst

Im Ersten Vortrag zeigte uns Florian Litterst von Adsventure sehr ausführlich, wie man seine Facebook Werbekampagnen richtig aufsetzt, steuert und optimiert. Er gab dabei wichtige Tipps zur Benennung und Organisation, zu KPIs, Analyse und Handhabung bei diversen Hürden. Die wichtigsten Punkte waren dabei:

 

  • Die richtige Naming Convention
  • Überblick über die wichtigsten Kennzahlen
  • Tracking
  • Optimieren der Kampagnen

Für die Kampagnenoptimierung kommen 3 wichtige Stellschrauben in Frage:

Anzeigen

  • Optimierung durch Nutzung von Collection Ads außerhalb des e-Commerce durch Erstellung eines Produktkatalogs ohne Preise
  • Nutzung des Social Proof Effekts. Anzeigen zunächst auf Community-Page und ehemalige Käufer ausrichten um Interaktionsrate zu boosten, danach an größere Zielgruppe ausrichten. Vorherige Interaktionen sorgen für Nutzerrelevanz
  • Verwenden eines Testimonials als Anzeigentext
  • Umfragen in Story-Ads

Targeting

  • Ausschluss von Audiences, die eines deiner Videos länger als 3 Sekunden gesehen haben, mit Beiträgen interagiert haben oder ein Lead Formular geöffnet, um Frequenz innerhalb einer Zielgruppe zu kontrollieren
  • Lookalike Audiences Neu erstellen: Überschneidung mit der ausgewählten Zielgruppe nicht so hoch, wie man meint. Beeinflusst CPA, Ergebnisse werden wieder günstiger.

Funktionen

  • Ab September 2019 wird die Funktion „Kampagnenbudgetoptimierung“ Pflicht. Kampagnen sollten im Vorfeld schon mit dieser Funktion versehen werden, da sie nach der Aktivierung erst einmal schlechtere Ergebnisse liefern werden

 

2. Vortrag: „Facebook Pixel Extrem” – Thomas Hutter & Thomas Bosmer

Anschließend durften die zwei Thomas‘ der Hutter Consult AG aus der Schweiz ran. Diese zeigten die Einsatzmöglichkeiten des Facebook Pixels für die unterschiedlichen Audiences, für Retargeting, ROI, Sequencing und FB-Analytics.

In einer detaillierten Darstellung der unterschiedlichen Tracking Events wurden auch Neuerungen, wie das Erfassen von „Spenden“ und „Bewerbung absenden“, aufgezeigt und die Parameter bis ins kleinste Detail erläutert.
Der Pixel selbst setzt sich nach ihrer Darstellung aus drei Bereichen zusammen, dem Basis-Code, den Standard-Events und den Custom-Events. Er kann via Script, via URL und auch via Bild verbaut werden. Als Insider-Trick zeigten Sie anhand ihre Website, wie sie die Scrolltiefe als Parameter erfassen.
Es wurden mehrere Trigger „Elementsichtbarkeit“ im Content der Seite verbaut und mit einem Prozentindikator für die Scrolltiefe versehen. Sah ein User diesen Content, wurde der Trigger ausgelöst und die Scrolltiefe somit prozentual erfasst.
Auch die Variante Scrolltiefe durch Aufenthaltszeit zu erfassen stellten die beiden Schweizer dar.
Zielgruppeninformationen lassen sich über den Pixel tracken, indem die dazugehörigen Kampagnen eigene UTM-Parameter erhalten, die mit dem Target Group-Parameter des Pixels verknüpft werden.
Der Pixel lässt sich zudem für bestimmte Filteroptionen in einem Webshop verwenden. Anhand eines Shops für Weine zeigten Sie, wie anhand von Filteroptionen wie „lieblich“, „Weißwein“, „gehaltvoll“, etc. perfekt individualisierte Remarketinglisten angelegt werden konnten, um die Besucher mit ihren favorisierten Weinen zu retargeten.
Als hilfreichste Tools nannten sie die „Test Events“-Funktion im Events Manager von Facebook, den Google Tag Manager, das Plugin Pixel Caffeine von AdEspresso für WordPress sowie den PixelMe.com URL Shortener.

 

3. Vortrag: „Do’s and Don’t’s für Instagram Shopping“ – Lena Gmeiner

Lena Gmeiner, Marketing Managerin von Just Spices beschrieb anhand einer eigenen Case Study, welche Best Practices für Instagram Shopping Sinn machen.
Zunächst stellte sie uns die aktuellen Zahlen von Just Spices und ihre Laufbahn vor, gefolgt von relevanten Zahlen über Instagram. Auffällig dabei war, dass Ads im Instagram Story-Feed positiver wahrgenommen werden, als auf vergleichbaren Kanälen.

Set 2010 existiert Instagram in Deutschland und hat Jahr für Jahr neue Entwicklungen hervorgebracht. Wichtig für die Case Study dabei der Launch von Instagram Shopping und somit der Integration von Facebook Produktkatalogen in 2018 und der in den USA schon verfügbare, für Deutschland noch geplante Instagram Shopping Checkout für 2019. Hierbei können Käufe getätigt werden, ohne Instagram verlassen zu müssen.

Neben der Beschreibung von Setup und Kampagnenstrategie und -zielen nach  zeigte Sie wie man seine Posts und Stories anhand werbepsychologischen Facts gestaltet:

Motive/ Bedürfnisse aktivieren: Biologische Bedürfnisse, wie Hunger und Durst durch Bilder von leckeren Gerichte. Kognitive Bedürfnisse, wie Anerkennung und Leistung durch Social Proof, Testimonials und Halo-Effekten.

Aktivierung durch affektive, kollative, intensive Stimuli: Umfrage-Sticker nutzen, Fokuspunkte setzen, Interaktive Elemente verbauen.

Aktivierung durch Emotion: Verwendung von emotionalen Situationen, wie Interaktion zwischen Freunden, Nutzung des Kindchenschemas, Ausnutzen von Gruppengefühl („Girlspower“)

Aktivierung durch Kognition: Fragen stellen, ungewöhnliche Situationen zeigen, Produkte in Kontext zur Anwendung setzen.

Den Vortrag schloss Lena mit ihrer persönlichen Liste von Dos & Donts ab:

  • Du brauchst keinen aufwändig produzierten Content: Nutze Apps und frei verfügbare Bildbearbeitungsprogramme wie Tools von Facebook, um schnell Content zu schaffen.
  • Instagram Story Placement auch gesondert einbuchen: Instagram Story Ads werden gesondert oft visuell anders dargestellt, als durch Auto-Placements.
  • Setze deine Produkte in Szene aber veriwrre den Kunden nicht: Fokus sollte auf dem Produkt liegen und es in Anwendung zeigen. Manchmal ist weniger mehr.
  • Kenne deine Zielgruppe und deine potenziellen Kunden: Nutze A/B-Tests um deine Audiences besser kennenzulernen.
  • Nicht alles was auf Facebook funktioniert, funktioniert auch auf Instagram: Instagram ist eher eine Inspirationsplattform, während Facebook eher als Unterhaltungsplattform angesehen werden kann.
  • Catchy Content innerhalb der ersten Sekunden ist entscheidend: Vermittle dein Image in den ersten Sekunden deiner Ad.
  • Nutze die Tools, die Instagram bereitstellt: Sticker, Video-Tools wie Hyperlapse und Boomerang und Filter von Instagram erzeugen Aufmerksamkeit und regen zur Interaktion an.
  • Testen, testen, testen

 

4. Vortrag: „Richtiges Skalieren von Facebook Kampagnen” – Thomas Thaler

Österreicher und Experte im Performance-Marketing Thomas Thaler führte uns durch die Welt der Skalierung von Kampagnen mit 4 bis 5-stelligen Tagesbudgets.
Grundsätzlich arbeitet der Facebook Algorithmus bei der Skalierung gegen den Werbetreibenden. CPC und CPO steigen für gewöhnlich stark an.
In seinem Vortrag beschrieb er, wie gegen diese negativen Skaleneffekte vorgegangen werden kann.
Grundsätzlich sollten Budgets durch zwei Methoden erhöht werden: vertikale Skalierung (scale up) und horizontale Skalierung (scale out).
Anhand richtig ausgewählter KPIs, Conversion-Optimierung und organisatorischen Herausforderungen stellte er Lösungsansätze für diese Aufgabe vor.

Organisatorisches:
Bei starker Erhöhung, sollte rechtzeitig die richtige Facebook Kreditlinie oder der Kreditkarten-Rahmen beantragt werden.

Vertikale Skalierung:
Erhöhung des Budgets für die Best-Performer anhand der 25-3 Regel. Das Budget wird dabei um 25% erhöht und dem Algorithmus dann 3 Tage Zeit gelassen, richtig zu greifen. Danach kann das Budget wieder um 25% erhöht werden. Das Maximum ist für gewöhnlich bei einer einfachen Zielgruppe bei 5€ CPM, bei einer umkämpften Zielgruppe bei 10€ CPM und beim Retargeting bei 15€ CPM erreicht. Wichtige KPIs die beobachtet werden sollten sind Conversionwert abzgl. der Ausgaben, ROAS ( >3 ist empfehlenswert), CPO, ausgehende CTR, individuell ausgehende CTR, Conversionrate, Verhältnis AddToCart zu Purchase und der Wert des Warenkorbs.

Horizontale Skalierung:
Verbreiterung der Kampagne durch neue Zielgruppen, sogenanntes Prospecting. Da aber Kaltakquise via Facebook eher nicht von Thomas empfohlen wird, empfiehlt er neue Zielgruppen durch Retargeting „abzufrühstücken“. Man spricht eine sehr breite Zielgruppe mit niedrigem CPM durch Videos oder Interaktionen an („Carpet Bombing“). Diejenigen, die dann den Warenkorb befüllen oder kaufen werden im Anschluss durch Retargeting warm gehalten.
Den Abschluss fand Thomas Thaler dann mit den folgenden Worten: „Es gibt nur eine Frequenz, nämlich die maximale Frequenz.“

 

5. Vortrag: „Facebook Ads als Hebel für Reichweiten und Aufbau von Facebook-Gruppen“ – Jakob Strehlow

Jakob Strehlow ging in seiner Präsentation auf die Möglichkeiten ein, die Facebook-Gruppen Werbetreibenden bieten können. Neben den unterschiedlichen Gruppentypen und deren Merkmalen, zeigte er uns spezifisch das Format der „Paid Groups“, also Gruppen, die Monatsbeiträge für eine Mitgliedschaft erheben.

Facebook selbst bietet via Werbeanzeigenmanager kein Kampagnenziel „Neue Gruppenmitglieder.
Auch lassen sich Gruppen nicht auf Facebook bewerben gewinnen“ an, weswegen sich die Bewerbung von Gruppen schwierig gestaltet.

Er gab folgende Tipps an die Hand, wie Gruppen vergrößert werden können:

Interne links kürzen und Pixel mitgeben:
Nutzung von Tools wie PixelMe, LinkHero oder URL Genius, wodurch sich bit.lys erstellen lassen, die den facebookinternen Block umgehen.

Mitglieder über Messenger Ads gewinnen:
Als Gruppenadmin mehrerer Gruppen lassen sich Ads der anderen Gruppen für die Mitglieder der anderen Gruppen schalten.

Lead Ads schalten und Mitglieder einladen:
Funktioniert für Gruppen mit „blauem Haken“. Durch Upload von E-Mail Listen lassen sich via Bulk Mitglieder einladen.

Geheime Videos für Custom Audiences:
Geheime Videos in fremden Gruppen posten, die nur von den Mitgliedern gesehen und nicht geteilt werden können. Nutzer, die das Video angesehen haben in eine Custom Audience packen und bewerben.

Beiträge in einer Gruppe bewerben:
Funktioniert nur in öffentlichen Gruppen. Durch Social Proof wird Aufmerksamkeit generiert.

Den Abschluss machte Jakob dann mit allgemeineren und auch spezifischen Infos zur Potentialen, Funktionen und Möglichkeiten.

 

6. Vortrag: „Wie wir 200.000 Leads eingesammelt haben“ – Thomas Verstege & Daniel Velkovski

Eine interessante Case-Study zeigten uns Thomas Verstege, Chief Marketing Officer, und Daniel Velkovski, Online Marketing Manager von GEDANKENtanken.
Durch die Verwendung eines kostenfreien Persönlichkeits-Kurzchecks wurde eine manuelle Werbekampagne geschaffen, um möglichst viel Traffic auf diesen Kurzcheck zu generieren. Durch den hohen Interaktionsgrad wurden einige Leads generiert die Aufgrund des Kurzchecks in 4 Persönlichkeitsgruppen eingestuft werden konnten. Diese Leads konnten durch Upselling auf den kostenpflichtigen  Persönlichkeitstest weitergeleitet werden. Zudem wurden diese Leads in separate Custom Audiences gepackt und Lookalike-Audiences erstellt. Ergebnis war ein Opt-In-Zuwachs auf der Landingpage des Kurztests um 127%.
Zusätzlich wurde gezieltes persönlichkeitsbezogenes E-Mail Marketing bei den Leads betrieben, was einen Zuwachs des Upsellings zum kostenpflichtigen Persönlichkeitstest um 70% verursachte.

 

7. Vortrag: „From Feed to Story! Performance Marketing bei Sixt in 9:16“ – Christoph Assmann

Einen detaillierten Überblick, wie SIXT Social Media auf Instagram macht, gab uns der Senior Social Media Manager Christoph Assmann. An Beispielen von Story Ads, Influencer-Kooperationen und Remarketing-Maßnahmen wurde uns gezeigt, wie Sixt seine Audiences optimal anspricht. Über die Auswahl der Formate für den Content, der Erschließung der Audiences, Tools zur sehr schnellen und günstigen Erstellung von Ads.
Anhand von Influencer-Kooperation stellte Christoph die Einführung der SIXT-Share App dar, aber auch das Tracking für SIXT FLAT via Facebook Pixel und Retargeting von Businesskunden vie Story-Ads für das SIXT B2B-Posrtal wurden angesprochen, um die verschiedenen Funnel-Stufen zu beleuchten.
Zu guter Letzt erklärte er uns, dass Best Practices oft einfach von Markt, Zielgruppe, Ziel und Kanal abhängen. Es gibt nicht DIE goldene Regel. Mit ein paar Tipps beendete er dann seine Präsentation:

  • Facebook Pixel is key
  • Video is killing it on social. But test it (ROAS messen!)
  • Test story ads
  • Tag Manger trick: trigger via timer
  • Smart retargeting (wo wurde ein relevant View gefeuert und was benötigt der Customer als nächsten Schritt im Funnel)
  • Do your homework (9:16 Format / Sound ist wichtig/ In den ersten Sekunden Branding)
  • Scale with Lookalike Audiences (horizontal)

 

8. Vortrag: Andreas Grimm: „Facebook Attribution – So setze ich es endlich richtig ein“

Andreas Grimm, Head of Social Media bei K-New Media in Berlin gab uns den Rundumschlag über das Thema Facebook-Attribution. Dabei ging im Detail auf die Grundlagen der Customer Journey ein, zeigte, wo im Werbeanzeigenmanger von Facebook der Punkt Attribution zu finden ist, welche Attributionsmodelle existieren und wie das Setup organisiert werden sollte. Gerade bei letzterem Punkt ist darauf zu achten, dass man innerhalb seiner sogenannten „Lines of Business“ seine Ad Accounts, Trackingpixel, Apps, etc. unterordnet, um die Attribution auf diese LoBs auszurichten.

Bei einer Kampagne die eine Marke in bestimmten Ländern ausspielt, lassen sich Lines of Business z.B wie folgt strukturieren:

  • Die Marke im gesamten ist eine Line of Business, und erhält einen Pixel für die Attribution.

Oder

  • Die Länder, in denen die Marke ausgespielt wird, erhalten jeweils einen Pixel. Jedes Land wird zur eigenen Line of Business

Zum Schluss gab er uns natürlich wieder ein paar Tipps mit auf dem Weg, nämlich 5 Gründe, warum du einen Blick auf Facebook Attributions werfen solltest:

  • Der Werbeanzeigenmanager kennt nur „Last Touch“-Attribution.
  • Der Werbeanzeigenmanager kann nur Aktionen der letzten 28 Tage zurückverfolgen.
  • Weil du mit Data-Driven-Attribtuion mehr aus deinen Kampagnen herausholen kannst.
  • Weil du etwas über die Customer Journey deiner Kunden erfahren kannst.
  • Weil du so mehr aus deinen Marketingkanälen herausholen kannst.

 

9. Vortrag: „Beyond Facebook – LinkedIn & Xing Ads als Wachstumstreiber im B2B“ – Robin Heintze

Speziell für den Bereich B2B und ergänzend zu Facebook erläuterte Robin Heintze, Geschäftsführer von morefire, wie vor allem LinkedIn als wichtiger Kanal genutzt werden kann.
Er beschrieb zunächst die Customer Journey und die wichtigsten Zahlen der Plattformen Xing und LinkedIn und ging auf Zielgruppensets, Reichweitenoptimierung ein, bevor er das Thema Targeting ansprach. Seit 2019 nutzt LinkedIn nun auch Lookalike Audiences, Zielgruppen Templates basierend auf Abschluss, Kompetenzbereiche und Berufsgruppen, Targeting nach Interessen der Plattformmitglieder und die Möglichkeit Profile Targeting für Bing Ads einsetzen zu können, was ab Ende 2019 in Deutschland möglich sein soll.
Die beiden Kanäle bieten ähnlich wie Facebook verschiedene Anzeigenformate wie Karusells und Videoanzeigen, grundsätzlich hängt XING laut Heintze in den meisten Funktionen stark hinterher, bietet aber vor allem in der DACH-Region eine performante Zusatzoption und im Bereich Event sogar einige Vorteile gegenüber LinkedIn.

Als Learnings & Tipps im Vergleich einer Case Study Facebook zu LinkedIn gab er weiterhin folgende Punkte mit auf den Weg:

  • Eine gute Brand hilft extrem
  • Es sollten immer mehrstufige Kampagnen (nach Funnel) geplant werden
  • Videos haben auf LinkedIn eine schlechtere CTR, aber die Conversion Rate war höher
  • Es sollten unterschiedliche Creatives eingesetzt werden, da sich die interessen der Audiences stark unterscheiden

Zusätzlich gab es noch Content Tipps für LinkedIn:

  • 2-4x reposten hilft
  • LinkedIn Articles laufen nicht so gut, wie LinkedIn behauptet
  • Morgens oder nach Feierabend posten
  • Viel teilen und interagieren
  • Längere Beiträge ohne Link posten…(werden von LinkedIn bevorzugt)
  • …warten bis der Algorithmus von LinkedIn anspringt,…
  • …kürzen des Beitrags und den Link einfügen…
  • …überprüfen ob die performance steigt.

 

10. Vortrag: „Messenger Ads on Steroids” – Kai Viertel

Den Abschluss von Tag 1 machte Kai Viertel, Growth Marketing Spezialist bei MessengerPeople.
Er beschrieb uns zunächst, wie Messenger weltweit und in Deutschland privat genutzt werden, nannte dabei einige Zahlen und stellte die größten Vertreter WhatsApp und Facebook Messenger vor.

Werbeoptionen stellen für den Facebook Messenger dabei sogenannte Ad to Messages vor, als Anzeigen, die auf den Messenger verlinken und einen Chatbot aktivieren, um Interaktionen zu erwirken. Zudem können bestehende Messenger-Kontakte durch Sponsored Messaging beworben werden.
Business Solutions bietet die Möglichkeit DSGVO-konformes Marketing für Großunternehmen via WhatsApp durchzuführen. Interessierte Nutzer erhalten Notifications, News und Alerts die templatebasiert laufen.
Im Anschluss stellte uns Kai einige Cases vor, wie Messenger Kundenservice, in Form von Beratung, Anfragenbearbeitung und Verkaufsunterstützung durch Mitarbeiter und Chatbots umgesetzt werden kann.
Um WhatsApp Ads Formate nutzen zu können ist ein WhatsApp Business Account notwendig. Hierdurch können API-Links genutzt werden, Interessenten über eine Facebook Ad in den WhatsApp Messenger zu lotsen und eine Chatanfrage zu initiieren. Erst durch den Klick auf den Senden-Button stellt der User die Anfrage dann final.
Mit einer Aussicht auf zukünftige Erweiterungen, wie eine mögliche Entwicklung einer Cryptowährung beendete Kai seinen Vortrag.

 

Nach einem Q&A mit allen Speakern wurden noch einmal alle wichtigen Fragen des Abends erläutert, bevor dann zur gediegenen Networking Party in das berühmte Gaffel am Dom eingeladen wurde.

 

Auch am zweiten Tag waren wir auf dem Facebook Ads Camp vertreten. Der Tag startete mit Kaffee und Smoothies. Um kurz nach 9 Uhr ging es mit der Begrüßung und der Vorstellung des ersten Referenten „Andrew Foxwell“ weiter:

 

1. Vortrag: „Scaling your Facebook & Instagram Ads for success“ – Andrew Foxwell

Andrew Foxwell, der für das Ads Camp aus Wisconsin anreiste, leitete seinen Vortrag damit ein, dass er großen Unternehmen und Marken hilft mit Facebook Ads erfolgreich zu starten. Mithilfe von horizontaler Skalierung ist es ihm gelungen den Media Spend von 5000 $ auf 50.000 $ wirtschaftlich sinnvoll anzuheben. Er wieß darauf hin, dass die Skalierung vier Phasen durchlaufen sollte mit folgender Budget Allokation:

Phase 1: „Prospecting“ 60%

Phase 2: „Middle of the Funnel“ 10%

Phase 3: „Remarketing“ 20%

Phase 4: „Loyalty“ 10%

Als nächstes ging Foxwell auf die CBO (Campaign Budget Optimization) ein. Seine Fundamentals für eine erfolgreiche CBO sind:

  • „Lasse sie länger anlaufen als du denkst (7-10 Tage)“
  • „Starte mit mehreren paar Ad Sets (4 sind optimal)“
  • „Lege die Similiar Audience Größe und den Typ für jede Kampagne fest.“
  • „Unterscheide Zielgruppen in verschiedene CBOs.“
  • „Trenne Instagram Stories out on TOFU“

Er beendete seinen Vortrag und gab uns folgende Roadmap auf den Weg:

 

2. Vortrag: „The Facebook Pixel“ – Cristian Stoicescu

Stoicescu begann seinen Vortrag mit dem Satz „Track everything you might need next week.“. Pixel Events können für Custom Conversions, Custom Audiences, sowie Lookalikes erstellt werden. Vor allem Value-Based Lokales hält Stoiescu für sehr effizient. Er empfiel außerdem die First Party Cookies zu aktivieren, sowie das Advanced Matching. Für die erfolgreiche Nutzung des Facebook AIs stellte er folgendes Vorgehen vor:

  • „Identify key action and fire event“
  • „Custom Conversions based on event“
  • „Custom Audiences based on the event“
  • „Lookalikes based on the event“
  • „Run Ads“

 

3. Vortrag: „When thousands of ad accounts are researched by AI: These are the most important findings“ – Dmitry Pleshakov

Zu Beginn zeigte Pleshakov auf einer seiner ersten Folien, dass durch eine größere Anzahl von Ad Sets ein besserer CPA erreicht werden kann. Es gibt kein Geheimrezept wie viele Ad Sets zu verwenden sind. Klar ist nur, umso mehr Kombinationsmöglichkeiten bzw. Daten der Algorithmus zur Verfügung hat, umso schneller und bessere Informationen erhalten werden, die wir verwenden können. Der Einsatz von verschiedenen Varianten hilft dem  Facebook Algorithmus zu lernen und herauszufinden wie er funktionieren soll. Folgende Punkte werden von Werbetreibenden oft nicht beachtet:

  • Delivery scheduling
  • No custom audiences
  • 1 Adset per Campaign
  • No Messenger Ads
  • Duplicated creatives
  • Custom Audiences are not excluded from broad targeting

Unter Beachtung der sechs genannten Punkte, ist es nach Pleshakovs Untersuchungen möglich, das AI erfolgreich zu nutzen.

 

4. Vortrag: „Rethink Growth“ – Sean Ellis

Sean Ellis verhalf Dropbox zu seinen Start-Up-Zeiten mit „Growth Hacking“ zum Erfolg. Er erläuterte den Prozess „Growth Hacking“ als einen Kreislauf:

  • Analyze to find high leverage objective“
  • Ideas around objective“
  • Prioritize top scoring ideas“
  • Test to impact objective“
  • Repeat (analyze for impact)“

Die Implementierung von Growth Hacking stellte Ellis anhand zweier Cases dar. Die notwendigen Schritte und die möglichen Risiken stellte er zum einen für Start-Ups, und zum anderen für Corporates vor:

 

5. Vortrag: „How to scale your business with messenger marketing“ – Thomas Moen

Mit dem Satz „Messenger is Facebook next Facebook“ leitete Moen seinen Vortrag ein. Seiner Erfahrung nach sind Messenger Ads fünf bis zehnmal effektiver als Email-Marketing in Hinsicht auf die Click Rate und Open Rate. Deswegen ist es wichtig die Email-Kampagnen für die Messenger-Kampagnen nicht nur zu kopieren. Messenger Ads sollen kürzer sein, uns wie ein echtes Gespräch wirken.
Dem Werbetreibenden soll außerdem bewusst sein, dass Chat-Bots nicht das Ziel des Abverkaufs verfolgen, sondern eine eine Beziehung zum User aufbauen sollen. Sobald das Gespräch einen natürlichen Verlauf annimmt, soll aus dem Chat-Bot eine reale Person das Gespräch übernehmen.
Moen stellte das Tool „Manychat“, mit dem Messenger-Kampagnen umgesetzt werden können, und Cases vor, bei denen der Einsatz von Messenger Marketing erfolgreich war.
Letztendlich rundete er seinen Vortrag mit dem Satz „It’s not about the products we sell, but the stories we tell.“ ab.

 

6. Vortrag: „Facebook Ads vs. Amazon Ads! What works best to sell on Amazon?“ – Nils Zündorf

Dass Amazon im E-Commerce dominiert, dürfte viele Werbetreibenden bewusst sein. Zündorf unterstrich diese Tatsache mit einigen Zahlen und erklärte, dass Amazon mittlerweile der drittgrößte Advertiser weltweit ist und die Produktsuche beherrscht.

Im nächsten Schritt wird Amazon auch für die Versicherungs-Branche interessant werden. Einer Umfrage zu Folge würden 30% der Amazon-Kunden weltweit eine Versicherung bei einem Tech-Unternehmen wie Google oder Amazon abschließen.

Folgende Gründe sind für dafür verantwortlich warum Amazon Advertising so schnell wächst:

  • Cross-Device Sharing
  • Amazon Customer Data
  • High-Quality Inventory
  • Scope
  • Amazon Analytics
  • Brand Safety

Amazon Advertising soll demnach nicht vernachlässigt werden, da es aufgrund der o.g. Punkte ein sehr hohes Potential besitzt!

 

7. Vortrag: „How-To: Succeed with Pinterest Ads“ – Markus Schulze

Im Februar 2019 veröffentlichte Pinterest die Pinterest Ads. Sie sind verfügbar für „Open Pins“ oder „Hidden Pins“. Die Zielgruppe teilt sich folgendermaßen auf: 60% weiblich, 40% männlich, knapp die Hälfte der Zielgruppe sind zwischen 25 und 44 Jahre alt. Mit Pinterest Ads könnte die fehlende Verbindung zwischen Search und Social nun abgedeckt werden:

 

Das Targeting kann nach den folgenden Ausrichtungen erfolgen:

  • Interest Targeting
  • Keyword Targeting
  • Actalikes
  • Custom Audiences

Bidding Optionen:

  • CPC
  • CPM
  • oCPM (50 Conversions/ Woche sind notwendig)

Weitere Tipps:

  • Erweitertes Targeting für Prospecting Kampagnen
  • Nutzung von Broad Keywords
  • Aufteilung von Mobile und Desktop in jeweils eigene Ad Sets

Der Pinterest Tag kann über den Google Tag Manager eingebaut werden. Bzgl. der Optimierungsstrategien empfahl Schulze wie bei Facebook Ads-Kampagnen vorzugehen.

 

8. Vortrag: „Marketing 2025″ – Kai Herzberger

Den letzten Vortrag des zweiten Tages hielt Kai Herzberger von Facebook.
Im ersten Schritt erläuterte er, dass neben den uns bekannten FAANG (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google), BAT (Baidu, Alibaba, Tencent) und TMD (Toutiao, Meituan-Dianping, Didi Chuxing) aus dem asiatischen Raum nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Alle eben genannten Wettbewerber haben gemeinsam, dass sie Daten nutzen, um eine Verbindung zu Ihren Kunden aufzubauen. Anhand einiger Beispiele, wie Wish, Mc Donald’s und Zalando erklärte Herzberger, dass sich das Marketing in den Beispielen lediglich auf Daten stützt und es keinen klassischen Marketing-Abteilung mehr gibt. Trotz des fehlenden klassischen Marketings, sind die Unternehmen bis heute erfolgreich.
Herzbergers Empfehlung ist AI, Machine Learning und Optimierung zu nutzen, um so effektiver in Echtzeit zu arbeiten, das „Old School Marketing“ abzulegen und datenbasiert zu arbeiten.

Besonders erwähnenswert am diesjährigen Facebook Ads Camp fanden wir, dass nicht ausschließlich Facebook-Inhalte behandelt wurden. Die Insights in Pinterest Ads, Messenger, LinkedIn und Xing waren für uns sehr nützlich, um auch diese neuen Formate besser kennenlernen zu können.
Auch in diesem Jahr konnten wir so tolle Neuigkeiten und Expertenwissen erlangen und freuen uns jetzt schon 2020 wieder dabei zu sein!

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