Recap Online Marketing Rockstars (OMR) Festival 2017

Am 02. und 03. März fand in den Hamburger Messe Hallen das Online Marketing Rockstars Festival mit 25.0000 angereisten Besuchern statt.

Der erste Tag bestand dabei aus der Expo in zwei Hallen mit 200 Ausstellern, Masterclasses & Guided Tours sowie einer großen Bühne mit Vorträgen zu Influencer-, Content-, SEO-Marketing uvw. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten beim Einlass durch Ausfall des Registrierungs- und Cashless-Payment-Systems, entschieden die Betreiber rund um OMR-Chef Philipp Westermeyer, alle Besucher einzulassen und auf Bezahlung komplett zu verzichten. So gab es am ersten Konferenztag bis zum späten Nachmittag Essen und Getränke for free, was einige der Besucher für ihre lange Wartezeit direkt entschädigte. Und spätestens zu den After Show Acts Meute, Flo Mega und Oli P. waren die Gemüter alle wieder besänftigt.

Tag 2: Das Herzstück des Festivals – Die Konferenz

Am zweiten Messetag wurden die Besucher vor den Messehallen von einem Schlagzeuger begrüßt und direkt auf die „etwas andere“ Konferenz eingestimmt. Bei Betreten der Messehalle hatte man zunächst das Gefühl, in einer Konzert Location zu sein: 5.000 Sitzplätze, gigantische beleuchtete Bühne samt Bar und lauter Musik.

OMR-Chef Philipp Westermeyer
OMR-Chef Philipp Westermeyer

Den Start in den Konferenztag machte der OMR-Chef Philipp Westermeyer höchstpersönlich und auch er war gefühlt sehr überwältigt von der Atmosphäre und den vielen Besucher, als er die Bühne betrat. Mit seiner gekonnt sympathischen Lässigkeit begrüßte er die Gäste und nahm selbst das Szenario vom ersten Tag ein wenig auf den Arm: „Es wurde auch behauptet, wir würden Cashless Payment anbieten – aber nur Cashless ist eh viel geiler.“ Und dann ging es auch schon los mit einem vollgepackten Konferenztag.

“The State of the German internet“

Philipp Westermeyer präsentierte in seiner Eröffnungskeynote eine Analyse des Status Quo der deutschen Branche. Die komplette Präsentation ist auf dem OMR-Blog einzusehen.
Seine Quickwins zusammengefasst: Nischen #Influencer, #ContentRecommendation, Werbung in #Podcasts, #Stores und #AmazonMarketing

Nach dem Vortrag von Westermeyer erwartete die Besucher ein vollgepackter Zeitplan mit einem Top Speaker nach dem anderen. Aber auch zwischen den Vorträgen kamen die Gäste nicht zu kurz, so traten Fanta4 als Überraschungsgäste auf und auch das BO kam zu Wort.

Motivationsansprachen

Bei morgens – halb zehn in Deutschland denkt man eigentlich an …

… genau: Knoppers! Nicht so Andrew „Boz“ Bosworth (Vice President Ads & Business Platform, Facebook) – er bestellte erstmal einen Scotch mit Vodka, als er die Bühne betrat. Nebenbei zeigte er in seiner Ansprache eindrucksvoll, wie wir Marken heutzutage überdenken müssen, wer sie sind und was sie tun. So ist es viel wichtiger dem Kunden aufzuzeigen, warum er dein Produkt kaufen soll, als was für ein Produkt er kauft. An einem einfachen Beispiel erklärt: Polaroid ist nicht so erfolgreich geworden, weil sie Filme verkauft haben, sondern weil sie es geschafft haben, Erinnerung zu schaffen.

Im Anschluss an Boz gab es für die Besucher eine Standpauke von Mr. Gary Vaynerchuk, einem der einflussreichsten Marketing-Gurus der Welt. In seiner feurigen Ansprache motivierte er das Publikum: “You need to stop talking and start doing”. Man soll aufhören sich zu beschweren und hart am Erfolg arbeiten. Eine Marke muss langfristig aufgebaut werden und auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen, um erfolgreich zu sein – somit lautet sein Devise: Branding statt Sales.

Wer nach diesen beiden Vorträgen noch nicht mitgerissen war, war es spätestens nach dem Auftritt von Filmemacher Casey Neistat. Seiner Meinung nach braucht es mehr Spontanität in der Werbung. So hatte er anfangs keine Idee für eine Nike-Kampagne, die er verantwortete und nutzte stattdessen das Budget dafür, auf Weltreise zu gehen. Daraus machte er den Spot #makeitcount, welcher inzwischen über 25 Mio. Views auf Youtube hat. Den Spot könnt ihr auf seinem Youtube Channel ansehen.

Casey Neistat – Filmemacher und YouTube Star

Cambrigde Analytica

Der Vortrag, der auf der OMR wahrscheinlich am meisten polarisierte, kam von Alexander Nix, CEO bei Cambrigde Analytica. Das Unternehmen verhalf Donald Trump mit einem sogenannten Personality Targeting mit zur Präsidenten-Wahl. Dabei wurden z.B. über Facebook-Spiele Daten erhoben, unentschlossene Wähler ermittelt und im Nachgang gezielt mit Trump Kampagnen angesprochen.
Für Diskussionen sorgte vor allem die emotionslose Einstellung von Nix, die er mit der Antwort auf die Frage von Marcus Tandler „Are you happy with Trump?“ unterstrich: „Es waren freie Wahlen und die Firma ist glücklich mit dem Job, den sie gemacht hat.“

lovely, lovelier, Tamara Lohan

Tamara Lohan, Co-Founder von Mr. and Mrs. Smith (www.mrandmrssmith.com), einem Portal für gehobene und ausgefallene Hotel-Reisen, zeigte in ihrem Vortrag auf charmant britische Weise, wie das Portal Mr. & Mrs. Smith aus einem miserablen ersten Dating-Wochenende mit ihrem heutigen Ehemann entstanden ist.
Sie habe es mit Traffic-Aufbau – vor allem durch Influencer – geschafft, einen ausgeprägten Community Gedanken zu feilen. Ihr Erfolgsrezept ist es, bei ihrer Community die Lust an extravaganten Hotels zu kreieren und nicht nur die Nachfrage zu bedienen.

The Man Behind the Biggest Deal Community in the World

Fabian Spielberger, Gründer von Mydealz.de und Pepper.com lies in seinem Vortrag das Publikum daran teilhaben, wie er sein Hobby in eine Geschäftsidee umwandelte und mittlerweile Schnäppchenseiten in über 10 Ländern mit inzwischen mehr als 25 Millionen Nutzern betreibt.

Seine Erfolgsrezepte zusammengefasst:
„Respect the language of the platform”! Das bedeutet, jede Plattform hat ihre eigene Sprache. Beim Beispiel MyDealz hat die Deal-Community-Sprache auf Facebook nicht funktioniert. Facebook ist aber inzwischen ein wichtiger Kanal für Mydealz, indem sie dort ihre eigene Deal-Community neben der Plattform MyDealz gegründet haben.
Und das Wichtigste: Es ist entscheidend, richtig gut auf einer einzigen Plattform zu sein, als auf vielen ein bisschen aktiv zu sein.

Ein gekonnter Abschluss: „Building a Tribe“

Die Online Marketing Rockstars – wäre nicht die Online Marketing Rockstars Konferenz, wenn zum Schluss nicht noch ein richtiger Rockstar auf der Bühne stehen würde.

Bruce Dickinson
Bruce Dickinson – Frontman Iron Maiden

Und wer eignet sich da besser als Bruce Dickinson, Frontman der Rockband Iron Maiden?
Bruce Dickinson ist neben seiner Tätigkeit als Sänger ausgebildeter Pilot, Entrepreneur und betreibt eine Firma für die Wartung von Flugzeugen usw. Als man ihn so sprechen hörte, hätte man meinen können, sein Tag hat 60 Stunden.

Neben einem beeindruckenden Vortrag über Iron Maiden und den Aufbau eines Merchandise Imperiums gab er dem Publikum vor allem eines mit auf den Weg: Kunden dürfen nicht als Kunden gesehen werden. Sondern Kunden sollten Fans sein! Kunden gehen, Fans bleiben.
Dafür muss man sein Produkt essentiell machen und eine Beziehung zu seinen Kunden aufbauen.

Aftershow Party

Im Anschluss an die Konferenz ging es direkt weiter zur nächsten Messehalle zur Aftershowparty. Eingeheizt wurde die Stimmung zu Beginn mit den Hamburger Goldkehlchen, die eine tolle Show lieferten.
Ihre Beschreibung mit „70 Männer – ein Chor – keiner kann singen – you will love it!“ konnte das Publikum unterschreiben: Sie kamen sehr gut an.
Und spätestens bei den Beginnern und Jan Delay gab es kein Halten mehr und es wurde bis in die Morgenstunden ordentlich abgerockt.

Das offizielle Recap Video:

Mein Fazit:

Der erste Messetag mit der Expo unterscheidet sich – vielleicht bis auf die After Show Party – nicht groß von anderen Online Marketing Messen. Beeindruckend war für mich das Krisen Management am ersten Tag.

Die Konferenz jedoch ist anders – ANDERS, als die typischen Online Marketing Konferenzen. Ich war zum ersten Mal auf der OMR und es war großartig, inspirierend und motivierend.
Mit dem Recap konnte ich zwar in etwa die Vorträge wiedergeben, nicht aber das Feeling, welches auf dieser Konferenz vermittelt wird und mich wirklich umgehauen hat.
So bleibt mir zum Schluss nur noch zu sagen: Respekt – an Philipp Westermeyer und das komplette OMR Team für dieses tolle Festival!

Und zu guter Letzt möchte ich noch den geniale Live-Ticker der Konferenz von 11 Freunde, einem Magazin für Fußballkultur, empfehlen: http://www.onlinemarketingrockstars.de/liveticker/
Dieser hat mit den Inhalten der Konferenz nicht allzu viel zu tun, ist aber sehr witzig und mit viel Ironie und etwas Halbwissen geschrieben. 😉

Weitere Stimmen zum Festival:

 

 

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