Recap: OMK Lüneburg 2019

Online-Marketing auf hohem Niveau: der OMK Lüneburg 2019

Die 8. Auflage der Online-Marketing Konferenz in Lüneburg und wir waren dabei. 1500 Teilnehmer waren angemeldet um über 50 Speakern in 3 Tracks und 4 Masterclasses zu lauschen. Ausgewiesene Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft klärten über die aktuellen Trends im Online-Marketing auf.

Wir haben für euch die besten Vorträge zusammengefasst – viel Spaß beim Lesen!

Begrüßung & Keynote

Was wollen eigentlich 1500 Experten aus der Online-Marketing-Welt in Lüneburg, am „Arsch der Heide“? Diese Frage stellte sich am Anfang der Begrüßung. Aber schnell wurde diese Frage geklärt und sehr stilvoll und erwartungsfüllend auf den Tag eingestimmt. Dies unterstrich auch die Keynote von Prof. Dr. Tobias Kollmann, Professor für E-Business & E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen.

Er gab einen Überblick auf das Thema Digitalisierung und was dies für Wirtschaft und Konsumenten bedeutet. Und natürlich auch, welche Rolle Online-Marketing-Macher in diesem Zusammenhang übernehmen. Dies ist zunächst einmal eine Störfunktion. Da die Digitalisierung weitaus schneller voranschreitet, als  die meisten Wirtschaftsunternehmen es leisten können, werden gerade die Geschäftspartner, welche die Digitalisierung vorantreiben als großes Hindernis angesehen, da Sie eine Menge Arbeit und Umstellung verursachen. Moderne digitalisierte Geschäftsmodelle sind weitaus flexibler und holen die Big Player aus den traditionellen Unternehmen schnell ein. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel Folgendes:

Hilton Hotels haben es geschafft, innerhalb von 93 Jahren weltweit rund 600.000 Zimmer anzubieten. Wenn mann nun dieses Wachstum mit Airbnb vergleicht, wird einem der Unterschied schnell bewusst. Airbnb hat es innerhalb von 7 Jahren geschafft weltweit über 2 Millionen Zimmer im Portfolio zu haben. Und dies ohne auch nur ein einziges Hotel zu besitzen.Gleichermaßen funktionieren auch die Geschäftsmodelle von Facebook, Autoscout und Uber. Dank der Digitalisierung und der Möglichkeiten Bedürfnisse der Kunden auf unkonventionelle Weise zu befriedigen, ist es diesen Unternehmen in kurzer Zeit gelungen einen riesigen Erfolg zu verbuchen.

Allerdings gibt es in Deutschland ein großes Problem. Infrastruktur, Innovation und die Risikobereitschaft entwickeln sich viel zu langsam. Das folgende Beispiel verdeutlicht es genau:

Es gibt weit über 100 Weltmarktführer in der klassischen Wirtschaft, die in Deutschland sitzen und/oder ihren Ursprung hatten. In der Digitalen Wirtschaft gibt es keinen Einzigen.

So blieb nur noch zusammenzufassen, dass die Online-Marketing-Unternehmen und Mitarbeiter dass nötige Know-How haben und weitergeben müssen, damit eine solide Basis existiert, um die Digitalisierung voranzutreiben. Ein gutes Statement zu Beginn des OMK Lüneburgs.

Payment als Conversion-Tool – Jan Sperber

Wie Besucher zu Käufer werden, war die zweite Unterschrift dieses Vortrages. Jan Sperber führte zunächst an, dass E-Commerce weitaus schneller wächst als der Einzelhandel. Dies dürfte noch jedem klar sein. Dass aber vor allem die kleinen Händler und nicht die Big-Player dieses Wachstum am stärksten Beeinflussen, ist für manche Leute aber vielleicht ein Novum. Und dies führt für einen Händler in diesem Bereich gleich zu einem Problem. Man ist in den seltensten Fällen der alleinige Anbieter eines Produktes oder einer Leistung. Von daher ist die Conversion-Optimierung unabdingbar. Denn der Wettbewerbsdruck und die Transparenz der Preise lassen einen leichten Vergleich der Angebote zu und Störfaktoren führen zu einem schnellen Abbruch seitens der Nutzer.

Bei dem Thema Abbruch angekommen, wurde erläutert, dass rund 92% aller Seitennutzer vor dem Warenkorb abbrechen. Weitere 6% springen dann während des Checkouts ab. Sprich nur 2% konvertieren wirklich. Von daher ist es geradezu logisch sich auf die 6% der Warenkorbabbrecher zu konzentrieren. denn diese Nutzer waren ja schon gewillt einzukaufen. Wenn man es hier schafft, die Nutzer besser zu verstehen und ihnen den Checkout so leicht wie möglich zu machen, hat man eine große Chance die Conversionrate gleich zu verdoppeln, und mehr.

Mittels einer weiteren Studie zeigte Jan nun auf, was die häufigsten Gründe für einen Warenkorbabbruch sind. Nachfolgend sind die drei meistgenannten Gründe aufgelistet:

  • 57% wurden durch zu hohe Versandkosten abgeschreckt
  • 53% hatten das Problem, dass nicht die richtige Zahlungsmethode angeboten wurde
  • 30% fanden es nicht gut, dass ein Kundenkonto angelegt werden musste

Klar, für die Versandkosten wäre die erste Lösung, die Preispolitik zu ändern und die Versandkosten zu senken. Und auch die Sache mit dem Kundenkonto lässt sich schnell beheben, indem man Gastbestellungen zulässt. Aber worauf konzentriert man sich am besten bei den Zahlungsmethoden?

Hier gab es einige gute Tipps, was man alles im Payment-Prozess beachten muss. Auf zwei davon gehen wir in diesem Beitrag noch kurz ein.

Tipp 1: Mit den fünf folgenden Zahlungsmethoden stellt man rund 98% aller Käufer im B2C zufrieden:

  1. Rechnung
  2. Paypal
  3. Kreditkartenzahlung
  4. Lastschrift
  5. Onlineüberweisung

Für B2B gelten im Grunde die gleichen Zahlungsmethoden, wobei die Rechnung allein für 99% aller Fälle gefordert wird.

Tipp 2: Optimierung des Risikomanagements. Hier muss man abwägen, ob man die Risikobewertung und Bonität zweistufig abfragt. Bei der einstufigen Variante hat man zwar einen Schritt weniger im Warenkorb, muss aber auch den Kunden aktiv um eine Berechtigung zur Abfrage der Daten bitten.

Dynamisierung & Automatisierung im SEA – Nico Loges & Katharina Knolle

Agenturen und Werbetreibende können heutzutage viele Weiterentwicklungen aufgrund selbstlernender Systeme und immer mehr Automatismen nutzen. Von Anzeigen über Ausrichtungsoptionen und Gebotsstrategien, immer mehr Funktionen können automatisiert werden. Der Frage, wie Mensch und Maschine zusammenarbeiten können, haben sich Nico und Katharina gestellt.

Für die Darstellung des Google Algorithmus haben sie sich den kleinen „Al Gorithmus“ ausgedacht; ein Baby, das sich ständig weiterentwickelt, lernt und immer unabhängiger wird. Die Parallelen zwischen Algorithmus und Kleinkind sind recht ähnlich. Gerade zu Beginn der Entwicklung brauchte der Algorithmus viel Unterstützung und trifft häufig falsche Entscheidungen. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr lernt der Algorithmus, entwickelt sich weiter und kann alleine die richtigen Entscheidungen treffen.

OnPage SEO-Audit – Jens Fauldrath

Die Vorträge von Jens sind immer energiegeladen und voller Emotionen. Auch technische Themen werden so sehr interessant rübergebracht. Nach ein paar Begriffserklärungen ging es auch schon ans Eingemachte. Wichtig ist es zu verstehen, dass der Audit zunächst nur den IST-Stand einer Webseite aufzeigt und aufzeigt, an welchen Stellen noch Optimierungsbedarf besteht. Die daraus resultierenden Maßnahmen kommen erst nach dem Audit. Der Prozess bei Jens sieht folgendermaßen aus:

  1. Daten aus Google Analytics auswerten
  2. Daten aus Google Search Console auswerten
  3. Die Informationsarchitektur untersuchen
  4. Content Audit durchführen
  5. Wettbewerbsanalyse durchführen

Anschließend wird der Search Intent zu den relevanten Suchanfragen überprüft und ob dieser auf den Seiten erfüllt wird. In Kombination mit technischen SEO-Untersuchungen und der Segmentierung nach Seitentypen, Seitenbereichen und den Suchanfragen werden schlußendlich die Maßnahmen mit den To Dos abgeleitet.

Am Beispiel einer Webseite hat Jens dann die wichtigsten Punkte verdeutlicht und gezeigt, welche Fortschritte die Seite nach der Umsetzung der Maßnahmen gemacht hat.

Mit einer virtuellen Eisdiele zu Millionen Views auf YouTube – Gol Grobe

Gol betreibt einen extrem wachsenden YouTube-Kanal, der sich mit Eiscreme, besser gesagt Ice Cream Rolls, beschäftigt. Gol zeigt verrückte Kombinationen, aber auch schmackhafte Klassiker mit Erdbeere, Nutella oder Oreo.

Seine Karriere begann mit einem zufälligen Besuch bei einer Eisdiele in Thailand, die eben solche Ice Cream Rolls verkauft hat. Davon hat Gol ein Video gemacht und es auf Facebook unter seinem privaten Account hochgeladen. Innerhalb kürzester Zeit erhielt sein Video über 300.000 Views, was ihn inspiriert hat, mehr solchen Content zu kreieren. Bei einer Reise nach New York klapperte er unterschiedlichste Eisdielen ab und machte Videos für YouTube und Facebook.

Heute kreiert Gol für seine Kanäle auf YouTube, Facebook bzw. Instagram, aber auch TikTok regelmäßig eigene Videos mit eigenen Rezepten. Was die Länge der Videos betrifft, so hat uns Gol folgende Tipps mitgegeben:

  • YouTube: Videos sollten mind. 10 Minuten lang sein, damit mehrere Werbevideos integriert werden können, um den potentiellen Umsatz mehr auszureizen
  • Facebook/Instagram: Best Practice für Video-Längen liegt bei rund 3 Minuten
  • TikTok: Für diese Plattform werden Videos in Länge von 1 Minute benötigt

Imageveränderung eines Unternehmens am Beispiel der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) #weilwirdichlieben – Frank Büch

Seit Frank Büch Teil der BVG ist und dort das Marketing übernommen hat, hat sich viel verändert. Die BVG, wie sie heute wahrgenommen wird, hatte vor einigen Jahren noch einen ganz anderen Ruf.

Alles begann mit einer Umfrage: „Wenn die BVG ein Mensch wäre, wie wäre er?“ Die Ergebnisse zeigten, die BVG wird als ein humorloser, in die Jahre gekommener Beamter wahrgenommen.
Eine der wichtigsten Zielgruppen sind jedoch Menschen zwischen 19 und 30 Jahren; Menschen, die wichtige Mobilitäts-Entscheidungen treffen und beispielsweise nach einem Ausbildungs-Abschluss vor der Entscheidung stehen, ob sie ein Auto oder ein Jahresticket der BVG kaufen.

Um auf diese junge Zielgruppe ansprechend zu wirken, hat die BVG einen regelrechten Imagewandel in den letzten Jahren vollzogen.
Angefangen hat alles mit dem Hashtag #weilwirdichlieben. Dieser wurde in der ganzen Stadt platziert. Aus einem anfänglichen Shitstorm, in denen sich die Medien über die neue Marketing-Strategie lustig gemacht haben, wurden weitere freche und satirische Wortspiele seitens der BVG, was am Ende zu viel Lob aus der Presse führte.

Ein Wendepunkt war unter Anderem der ersten Spot „Is mir egal“, der extrem viral ging. Auf ihn folgten etliche weitere, Kooperationen mit der Deutschen Oper oder dem Rundfunkchor Berlin.

Eine Aktion zum Frauentag mit einer Senkung der Ticket-Gebühren für Frauen um 21%, was exakt der Gehalts-Schere zwischen Männern und Frauen entspricht, erzeugte globale Aufmerksamkeit.

Nicht zuletzt die revolutionäre Idee, sehr limitierte Adidas Sneaker mit dem BVG Branding zu versehen und gleichzeitig als Jahreskarte für die BVG gelten zu lassen, haben das Image der BVG revolutioniert.

Fuck Up Stories – Malte Steiert

Malte Steiert ist einer der Gründer von Foodguide. Dies ist ein App, mit der man spontan das passende Restaurant findet. Statt nach einer bestimmten Richtung (Italienisch, Asiatisch, Mexikanisch…) zu suchen, gibt man an, welche Gerichte man essen möchte und bekommt passende Restaurants angezeigt. In seinem Vortrag zeigte er, welche Höhen und Tiefen er als Gründer erlebt hat.

Der erste Rückschlag war ein Split-Up. Einer der Mitbegründer ist noch im anfangsstadium ausgestiegen, was natürlich ein herber Rückschlag war, da nun die Arbeit auf weniger Schultern verteilt werden musste. Der nächste Fail kam in der ersten Seed Round, als es darum ging Investoren zu finden. Aufgrund der hohen Arbeitslast wurde das Fundraising vernachlässigt und scheiterte. Die Folge: es mussten ein paar Mitarbeiter entlassen werden.

Zum Glück hatte Foodguide aber die Chance bei „Die Höhler der Löwen“ mitzumachen und es gelang ihnen sogar ein Deal. Carsten Maschmeyer ist einen Deal mit dem jungen Startup eingegangen, was im Invest ein starker Push war. Tatsächlich führte dies aber gleich zum nächsten Fail: Am Abend der Ausstrahlung haben mehr als 10.000 Nutzer versucht die App downzuloaden. Leider haben die Server diesen Ansturm nicht ausgehalten und so gab es mehr als 400 1-Sterne-Bewertungen im Google-Play-Store. Aus diesem Grund hat die App nun nur noch einen Schnitt von 2,0 bei den Bewertungen.

Im Zuge des Invests wurden sehr schnell viele neue Mitarbeiter eingestellt, was zu einem Quality-Loss führte. Aber auch dieses Problem wurde in den Griff bekommen und nun geht es sichtbar aufwärts. Foodguide konzentriert sich jetzt nicht nur auf die App, sondern baut neue Formate und Services auf, die sehr gut angenommen werden. Es gibt inzwischen ein Magazin in dem Food-Reisen und Insider-Tipps vorgestellt werden. Mit den Taste-Tours gibt es ein exklusives Event in Hamburg und anderen großen Städten, bei denen die Gäste die einzelnen Gänge in unterschiedlichen Restaurants genießen dürfen. Danke für die spannenden Einblicke.

Cash for Content – Sebastian Heinz

Da der Vortrag von Foodguide nur 20 Minuten dauerte, gab es gleich den nächsten Beitrag auf derselben Bühne. Und es blieb bei Thema kulinarische Genüsse. Sebastian Heinz (Gründer von Foodboom) hat jahrelang in der Gastronomie seiner Eltern gearbeitet und ist leidenschaftlicher Koch. Im Netzt konnte er größtenteils nur User-Generated Content im Rezeptbereich finden, was ihn dazu brachte hier ein neues Format ins Leben zu rufen. Sebastian führte in seinem Vortrag auf, wie Foodboom es schafft sich zu Refinanzieren.

Folgende Methoden sind im Einsatz:

  • Sponsoring
  • Side Productions
  • Commissioned Productions
  • Native Advertising
  • Lizenzierung
  • Die Foodreisen als Produkt an Reiseanbieter verkaufen
  • Merchandising

Zudem ist im Laufe der Zeit vieles an Daten angelaufen, welche sich ebenfalls vermarkten lassen. In den kommenden Jahren möchte Foodboom insbesondere die Reichweite erhöhen und die Marke weiter ausbauen.

11 knackige Social Media Hacks – Felix Beilharz

Aus den angekündigten 11 Hacks von Felix wurden am Ende 13 und wir immer waren neue Ideen und Ansätze dabei, die direkt im Anschluss in die Praxis umgesetzt werden können.
Unter seinen Tipps war u.A.:

  • Trigger für Viralität & Interaktionen: Felix zeigte Beispiele aus den folgenden Kategorien
    • Provokation/Polarisierung: z.B. polarisierende Aussagen, die User dazu bringen, darüber zu diskutieren und die Interaktionsrate steigen lassen
    • Zugehörigkeit/Wir-Gefühl: Hier kann es sich z.B. um Insider-Witze handeln, die Außenstehende nicht verstehen
    • Angst: Ein Video-Titel zu bestimmten Sport-Übungen könnte Angst vor bestimmten Verletzungen hervorrufen, auf die User klicken, weil sie entsprechende Verletzung verhindern wollen, davor davon aber noch gar nichts wussten
    • Nostalgie: Ein gutes Beispiel hierfür sind Posts zu alten Kinderserien oder Erinnerungen bei Oma aus der Kindheit
    • Narzissmus: Hier können Eltern angesprochen werden, deren Kinder für sie immer die besten sind
  • B2B: 2-Stufige Inhalte: Felix empfahl hier, auch bei B2B Beiträge auf Endkunden auszurichten, sodass diese wiederum verstärkt danach fragen
  • Social Media Ads der Konkurrenz beobachten: Über die Facebook Ads Libary oder auch dem kostenfreien Tool „bisgpy.com“ können Kampagnen der Konkurrenz betrachtet und analysiert werden
  • Videos mit Untertitel: Auf Facebook ist es sehr wichtig, dass gesprochener Text bei Videos untertitelt wird, da die Mehrheit der Videos ohne Ton betrachtet wird. Felix hat empfohlen, Videos noch ohne Untertitel auf YouTube hochzuladen, wo es möglich ist, Untertitel automatisch erstellen zu lassen. Diese lassen sich danach herunterladen und anpassen, was den Erstellungsprozess deutlich vereinfacht und verkürzt.

Content-Marketingstrategie: Wie gelingt es OBI, in den Suchanfragen stets ganz oben zu landen? – Benedikt Kirch

Nach einer kurzen Vorstellung erläuterte Benedikt recht eindeutig, warum OBI als Baumarkt auf Content-Marketing setzt. Es hat sich herausgestellt, dass die meisten Suchanfragen, die für OBI relevant sind, aus dem informationalen Sektor stammen. Dies sind rund 80 %. Nur 10 % entfallen auf transaktionale Keywords und weitere 10 % betreffen die Brand. In der Customer Journey steckt also sehr viel Potenzial im Problem-Aware.

Die folgenden Fragestellungen werden zu Beginn jeder Content-Kampagne gestellt:

  • Gibt es eine (konstante) Nachfrage?
  • Wie stark ist der erwartete Business-Impact?
  • Ist die Kampagne für den Lead/Sales-Funnel geeignet?
  • Hat das Thema eine DIY-Relevanz?
  • Passt die Kampagne zur Gesamt-Strategie von OBI?

Als Beispiel führte Benedikt das „So-geht-das-Magazin“ an. Seit Juni 2018 wurden rund 300 Artikel verfasst. Die Erfolge haben auch nicht lange auf sich warten lassen. Insbesondere die Reichweite wurde stark erhöht, was zur Folge hatte, dass mehr Kunden in die jeweiligen Sales- und Lead-Funnels eingestiegen sind und die Marke eine stärkere Relevanz als Berater in Garten- und Heimwerker-Fragen innehat. Dass die Tipps von OBI tatsächlich genutzt werden zeigt sich klar an den Zeiten, in denen zum Beispiel Videos aufgerufen werden. Und zwar am häufigsten am Wochenende, wenn die Nutzer die DIY-Tipps direkt umsetzen können.

Zukünftig sollen alle Kanäle bespielt werden und auch Kanalübergreifende Kampagnen gestartet werden. Aktuelle Trends sollen zudem schneller aufgegriffen werden.

Veränderungen im Google Shopping Universum: Einfache Strategien für ein immer komplexeres Produkt – Sven Achterberg

Sven und sein Team haben in den letzten Jahren viele Neuerungen bei Google ausprobiert dabei viele hilfreiche Einsichten gewinnen können, die Sven in seinem Vortrag geteilt hat.

  • Aktualisierungsintervalle: Bei einem sich ständig verändernden Produktportfolio, sowie regelmäßig angepassten Preisen ist auch die Aktualisierung des Google Shopping Feeds unabdingbar. Svens Team hat hier verschiedenste Intervalle ausprobiert und jeweils geprüft, wie viele Klicks es auf Redirects von bereits vergriffenen Produkten gab. Daraus konnten sie einen für sich notwendigen, aber sinnvollen Mittelweg finden, in dem der Produktfeed aktualisiert wird.
  • CSS: Auch im Bereich CSS konnte Sven und sein Team bereits viele Erfahrungen sammeln. Angefangen von einem parallelen Test, einer Spiegelung der Kampagnen von Google Shopping Europe, über CPC-Anpassungen in CSS. Seit August 2019 kommt der gesamte Traffic nur noch über CSS, weil die Performance deutlich besser als in Google Shopping Europe war. Kampagnen dort wurden komplett pausiert.
  • Showcase Ads: Sven empfiehlt jedem Marketer, dieses Format unbedingt auszuprobieren. Sein Best Practice lautet, die Anzeigen so granular und spezifisch wie möglich zu gestalten bzw. auszubauen, um die Anzahl der Klicks, sowie die CTR zu steigern.

Der Kunde im Fokus: 7 Tipps für langfristige und empathische Kundenbeziehungen – Oliver Wieben

Immer noch investieren viele Unternehmen rund 80% des Budgets in Neukunden-Gewinnung, während nur rund 20% auf Bestandskunden entfallen. Gleichzeitig stammt aber häufig rund 80% des Umsatzes von Stammkunden.


Dass der Fokus mehr auf Stammkunden zu legen, stellt Oliver folgende Fragen.

  1. Wohin mit dem nächsten Euro?
  2. Sind Ihre Kunden profitabel?
  3. Kennen Sie Ihre Kunden?
  4. Wie wohl fühlt sich der Kunde bei Ihnen?
  5. Wie unabhängig sind Sie?
  6. Was ist das passende CRM?
  7. Wie lerne ich kontinuierlich?

Die Beantwortung dieser Fragen erleichtert die korrekte Gewichtung von Neukunden und damit auch die effizientere Budgetaussteuerung.

Die schlimmsten Fails in Google Analytics & Google Tag Manager: So geht jedes Setup daneben – Christian Ebernickel

Dieser Vortrag gehörte zu letzten Runde vor der Abschluss-Keynote und war definitiv einer der lehrreichsten Beiträge an diesem Tag. Christian hat sich kurz vorgestellt und ging gleich ans Eingemachte. Alle vorgestellten Fails bekamen eine ausführliche Erklärung, worin die Probleme liegen. Anschließend wurde immer genau erklärt, wie man diese Probleme verhindert.

Hier eine Übersicht zu den Fails:

  1. Dem Opt-in muss nicht auf der ersten Seite zugestimmt werden
  2. Keine Überwachung der Ad Transfer Rate
  3. Kampagnentagging ohne Struktur
  4. Keine Guidelines zur Struktur im Google Tag Manager
  5. Fehlendes Berechtigungs-Konzept im Google Tag Manager
  6. Änderungen im Google Tag Manager werden unbemerkt veröffentlicht
  7. Ein Mastercontainer für (zu) viele Websites
  8. Fehlende Dokumentation
  9. Debug-Mode des Google Tag Managers wird nicht verwendet
  10. Spontan Tags einfügen
  11. Fremde Tag-Container auf der Webseite
  12. Fremde Tag-Container auf der Webseite
  13. Personenbezogene Daten (PII) in Google Analytics
  14. Beim Relaunch wird das Tracking vergessen

Wer die Slides von Christian sehen möchte, kann diese mittels des folgenden Links runterladen und sieht alle Lösungen für die genannten Probleme. Danke Christian, dass wir dies anbieten dürfen.

https://www.ebernickel.de/blog/die-schlimmsten-fails-in-google-analytics-google-tag-manager/

Die Kunst digitaler Inszenierung – Karl Kratz

Einer der größten Speaker im deutschsprachigen Raum zum Thema Online-Marketing beendet seine Speaker-Karriere Ende diesen Jahres. Auf der diesjährigen OMK konnten wir Karl Kratz zum letzten Mal in Deutschland in einem solchen Rahmen sprechen hören und wie immer wurden wir nicht enttäuscht.

Mit einem Mönchskostüm und ohne Schuhe schritt Karl auf die Bühne und schaffte den perfekten Einstieg in seinen Vortrag. In seinen Eingangsworten bezeichnete er einen unser heiligsten Besitztümer, unser Handy als „mobilen Altar“, vor dem wir uns täglich verneigen.

In seinem Vortrag zeigte Karl die Wichtigkeit von Kontext und Inszenierung, die größtenteils über den Wert eines Produktes entscheidet.
Als anschauliches Beispiel zeigte er Wasser. Wasser kann im Supermarkt günstig als Eigenmarke in Flaschen gekauft werden. Mit entsprechenden Produktversprechungen wird aus mehr oder weniger dem gleichen Wasser ein „Wasser für Katzen“, das besonders schonend für die inneren Organe einer Katze ist und sie erfrischt.

Auch die Vorstellung, dass Quentin Tarantino, Steven Spielberg oder auch Steve Jobs ein Produkt völlig anders interpretieren und inszenieren würden, hat uns zum Nachdenken angeregt.

Sein universeller Tipp lautet: Dinge einfach gestalten. Wie Menschen wollen nicht vor eine Vielzahl an Entscheidungen gestellt werden. Wenn das Produkt richtig inszeniert ist, trifft der User gerne eine Kaufentscheidung.

Seinen Vortrag schloss Karl mit einem Zaubertrick ab, für den er Freiwillige auf die Bühne holte und uns alle zum Staunen brachte. Damit waren wir perfekt eingestimmt in eine tolle After-Show-Party.

Abschluss und Fazit

Ein spannender und abwechslungsreicher Tag ging zu Ende und wurde eingestimmt mit musikalischer Unterhaltung in der Form von dem Trio „Ever’so“, die den Konferenz-Teilnehmern ordentlich eingeheizt haben.

Auch Date Thomas und im Anschluss DJ Vlader sorgten für die richtige Stimmung und einen perfekten Ausklang der Konferenz.

Wir sind bereits jetzt gespannt auf das nächste Jahr und freuen uns schon auf die OMK Lüneburg 2020!

Unsere Fans