Push Conference 2019

Recap der Push Conference

Am 24. und 25. Oktober war es wieder soweit und die Push Conference lud zu ihrer alljährlichen Konferenz nach München in die alte Kongresshalle ein. Unsere zwei Designer Tessa Birk und Marcel Albig waren vor Ort und haben sich dort neuen und spannenden Input geholt. Aber lest selbst, was sie alles Interessantes erfahren haben.

Allgemein zur Push

Die Push ist eine internationale Designer-Konferenz, die den Hauptfokus auf die User-Experience kurz UX legt. Hier stellen an zwei Tagen 18 Speaker ihre Projekte, Workflows und Inspirationen im Bereich UX vor. Seit acht Jahren gibt es inzwischen die Push Conference und sie gehört mit 600 Teilnehmern auch nicht mehr zu den kleinsten Konferenzen. Sie dient als internationaler Treffpunkt für Designer und bietet tolle Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Designern, neuen Inspirationen und um neue Kontakte zu knüpfen.

Die Push will jeden dazu anregen, über sich hinauszuwachsen und um aus der Komfortzone zu locken. Denn nur wer diese ab und an einmal verlässt, kann Neues entdecken und sich weiterentwickeln. Dies lässt sich auf alle Lebensbereiche anwenden. Die Push bietet dafür genügend Möglichkeiten, denn neben den Vorträgen der Speaker konnten wir an Diskussionsrunden, Workshops und Co. teilnehmen.

DAY 1

Die Veranstalter Christian Perstl und Philipp Sackl

Mit einem kleinen Frühstück und einem herzlichen „Welcome Everyone“ wird man am Morgen zu Beginn der Konferenz von den Veranstaltern begrüßt.

Die Push hat dieses Jahr einen starken Fokus auf die Workflowoptimierung und die Usability für Menschen mit körperlichen Einschränkungen gelegt.

THE PRODUCT FIELD – Michael Schieben

Michael Schieben stellte eine optimierte Art des Workflows da – the Product Field. Durch seine Netzstruktur und das Aufsplitten von Aufgaben und Arbeitsschritten ist es ihm und seinem Team gelungen, jedes Projekt von allen wichtigen Perspektiven zu betrachten und nichts außen vor zu lassen.

Michael Schieben mit seinem Product Field

INCLUSIVE RESEARCH – Lauren Isaacson

Die Usability von Websites für Menschen mit körperlichen Einschränkungen wird von über 90 % aller Internetauftritten noch nicht berücksichtigt. Lauren Isaacson aus Toronto beschäftigt sich mit dieser Problematik schon länger und betonte, dass ca. 50 % der Bevölkerung, die 65 Jahre und älter ist, vermehrt unter Einschränkungen wie schlechte Augen, Gicht und Co. leiden. Die Optimierung auf diese Einschränkungen ist aufgrund der älteren Nutzergruppe für Online-Medien besonders relevant.

PLAYFUL MACHINE LEARNING – Andreas Refsgaard

Eine Lösungsmöglichkeit stellte der Däne Andreas Refsgaard vor. Er entwickelte eine Software, mit der Maschinen mithilfe einer Kamera verschiedene Objekte voneinander unterscheiden können und auch bewusst Objekte erkennen können. So entwickelte er ein Computerspiel, welches sich durch Töne steuern lässt. Das war nicht nur amüsant zum Ansehen, sondern ist ein idealer Lösungsansatz um Menschen, die ihre Hände nicht bewegen können, im Web agieren lassen zu können. Diese und viele weitere Softwares stellte er auch in seinem Workshop vor, den wir nachmittags besuchten.

Unter folgendem Link könnt ihr euch einen Eindruck seiner Arbeiten machen.

Link: https://andreasref.github.io/push/

Andreas Refsgaard beim Vorstellen seiner Software

DESIGN FEELING IS THE NEW DESIGN THINKING – Pamela Pavliscak

Ein weiterer interessanter Vortrag kam von Pamela Pavliscak zum Thema „Design Feeling is the new Design Thinking“. Dort ging es darum, dass Menschen immer schneller und öfter eine emotionale Bindung zu technischen Geräten aufbauen und woran das genau liegt. Zum einen werden technische Geräte verstärkt verniedlichter dargestellt, zum anderen erhalten diese durch eine künstliche Intelligenz eine Persönlichkeit. Um das Vertrauensgefühl zum Gerät bewusster zu fördern, dürfen Geräte nicht zu menschlich aussehen, da dies oft verstörend wirkt. Aufgrund der Gesichtserkennung fällt es jedoch Geräten immer leichter, uns zu lesen und unsere Stimmung besser zu deuten und darauf gezielter einzugehen. Man geht deshalb davon aus, dass 2022 unsere Smartphones uns und unsere Gewohnheiten besser kennen als unsere Partner. Denn oft ist unser Smartphone das erste und letzte, das wir am Tag sehen. Ein sehr spannendes Thema, dass uns bestimmt auch in Zukunft noch beschäftigen wird.

Networken auf der Push

Den ersten Abend ließen wir mit leckeren Snacks und Cocktails beim Networken ausklingen.

DAY 2

An Tag zwei der Push drehte es sich um die Struktur und den Aufbau von Technik, um diese auf der ganzen Welt verständlich und userfreundlich zu gestalten.

SUBSTANTIVE TECH – Mala Kumar

Die New Yorkerin Mala Kumar stellte in ihrem Vortrag eine wesentliche Problematik vor: Unsere täglich genutzte Technik, die unseren Alltag erleichtert, bietet auch für Entwicklungsländer entscheidende Vorteile. Leider ist sie oftmals zu teuer und kommt dort nicht zum Einsatz. Design und Technik wird hauptsächlich für die „Reichen“ entwickelt, aber nicht für die, die sie wirklich gebrauchen könnten. So ist zum Beispiel die SMS-Nutzung in Entwicklungsländern wesentlich höher als bei uns, da es hier oft an Internetzugängen hadert. Eine Oberfläche zu entwickeln, auf der sich Menschen aus der ganzen Welt zurechtfinden und verstanden wird, ist nicht nur die größte Herausforderung im Design, sondern sollte auch mehr Bedeutung bekommen.

Mala Kumar beim Präsentieren ihres Vortrags

HOW TO GET THE WRITING DONE? – Scott Kubie

Scott Kubie aus Dublin ging in seinem Vortrag darauf ein, dass es beim Design nicht nur um grafische Elemente und Bilder geht, sondern auch um den Text. Mit dem passenden Titel „How to get the Writing done?“ zeigte er verschiedene Vorgehensweisen, wie er den richtigen Content für seine Designs erstellt und einbindet. Ein harmonisches Zusammenspiel von Text und Design ist das A und O einer erfolgreichen Website. Man sollte nicht vergessen, dass der Text an sich wichtiger ist als nur die Darstellung des Textes. Deshalb sollten beide Elemente parallel geplant und umgesetzt werden. So erhält man die besten Ergebnisse.

THE SECRETS DATA WON’T TELL YOU – Vickie Tan

Mensch und Maschine sind komplett unterschiedlich: Das ist klar. Aber wie können wir beides einfach und verständlich verbinden? Das erzählte uns Vickie Tan in ihrem Vortrag „The Secrets Data won’t tell you“. Einer Maschine, Emotionen zu erklären, ist alles andere als einfach. Umso wichtiger ist es, so viele Emotionen wie möglich, einer Maschine beizubringen und den Zusammenhang zu lernen. Je mehr Daten in einer solchen Datenbank vorhanden sind, umso leichter können uns Maschinen besser deuten und uns schneller Lösungen vorschlagen.

Und so gingen zwei ereignisreiche Tage der Push Conference zu Ende. Es wurden viele spannende und zeitaktuelle Themen vorgestellt, die in Zukunft bestimmt noch mehr Aufmerksamkeit bekommen werden.

Im allgemeinem ist die Push immer sehr auf dem Laufendem und hat auch mit ihrer Dekoration, die größtenteils Plastikfrei war, und ihrem komplett vegetarischen Catering ein umweltfreundliches Zeichen gesetzt.

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

Unsere Fans