Linkbewertung für ein starkes Backlinkprofil

Die Qualität von Backlinks wird auch 2017 noch einen maßgeblichen Einfluss auf das Ranking haben. Mit dem Wissen zur Linkbewertung könnt ihr gute von schlechten Links unterscheiden und baut langfristig ein starkes Backlinkprofil auf.

Nachdem das Ranking in der Vergangenheit künstlich durch jegliche Art von Links positiv beeinflusst werden konnte, ist Google inzwischen soweit, die Linkbewertung in Echtzeit durchzuführen. Mit dem Google Penguin Update 4.0 zählt die Linkbewertung nun zum festen Bestandteil des „Kern-Algorithmus“. Das bedeutet, dass schlechte Links nicht erst beim nächsten Update bestraft werden, sondern sobald der Google Bot den Link indexiert.

Mehr über das Penguin Update im Beitrag:
Google Penguin 4.0: Neues Web-Spam Update veröffentlicht

1. Potentielle Linkquellen bewerten

Bevor auf die Linkbewertung einer Domain im Detail eingegangen wird, möchte ich vorab die Basics für die Bewertung eines Backlinks klären.

1.1. Wie erkenne ich schlechte Links?

Laut Google sind schlechte Links unnatürlich. Das kann bedeuten, dass der Link nicht in den Kontext passt, ein unnatürlicher Linktext wie „SEO Agentur“ verwendet wird oder das Linkziel einfach keinen Mehrwert für den User bietet. Vermeidet also Links aus unseriösen Webverzeichnissen, Linklisten, Artikeltausch-Blogs, unpassenden Branchen und Links von Seiten, die selbst abgestraft wurden. Mehr über die Merkmale von schlechten Links erfahrt ihr unter 3. Detailliertes Linkaudit.

Abbau von Spamlinks:
Stammen einige eurer Backlinks gar von Spamseiten, ist es durchaus sinnvoll, Links zu disavowen. Wie das genau funktioniert, erklärt Google im Dokument: Backlinks für ungültig erklären

1.2. Wie erkenne ich gute Links?

Gute Links sind dementsprechend natürlich. Man sollte sich also immer die Frage stellen: Würde der Link auch Sinn machen, wenn er keine Auswirkungen auf das Ranking hätte?

Qualitativ hochwertige Backlinks stammen zumeist von themenrelevanten Webseiten und bringen Traffic mit sich. In welchem Ausmaß der einzelne Link das Ranking einer Webseite verbessert, hängt im Hauptsächlichen von der Reputation und Themenrelevanz der Webseite an sich ab.

Positive Faktoren sind beispielsweise:

  • Reputation der Webseite
  • Anzahl der Backlinks
  • Qualität der ausgehenden Links
  • Alter der Domain

Um euch bei der Bewertung eines Backlinks nicht nur auf eure eigenen Kenntnisse und Erfahrungen zu verlassen und Faktoren wie Reputation oder Anzahl der Backlinks zu bestimmen, bietet sich der Einsatz von Tools mit bestimmten Kennzahlen an.

2. Tools zur Linkbewertung

Da mit dem Pagerank aus der Google Toolbar der prominenteste Wert für die Reputation einer Webseite abgeschaltet wurde, empfehle ich euch folgende zwei kostenlose Alternativen.

2.1. Majestic SEO:

Majestic hat laut eigenen Angaben die weltweit größte Link Intelligence-Datenbank aufgebaut und bietet tagesaktuelle sowie historische Daten einer Domain. Folgende Informationen erhält ihr mit dem kostenlosen Report:

  • Anzahl der Backlinks ermitteln
  • Backlinkquellen
  • Domain-Trust
  • Ankertext
  • Themenrelevanz der Backlinks

Mehr über Majestic findet ihr unter https://de.majestic.com/

2.2. LRT Power*Trust

Mit dem LRT Power*Trust stellt das Link Research Tool ein kostenloses Plugin für Google Chrome und Mozilla Firefox zur Verfügung, das als Alternative für den Google Pagerank verwendet werden kann.

Mit Hilfe des Tools könnt ihr auf einen Blick die Power und den Trust einer Domain oder Seite erkennen. Power bezeichnet hierbei die Stärke einer Website aufgrund der Link-Anzahl. Der LRT Trust ist vergleichbar mit dem TrustRank Patent und zeigt das indirekte Vertrauen der Seite in Google.

Mehr Informationen zur LRT Power*Trust Erweiterung findet ihr unter http://www.linkresearchtools.de/tools/lrt-power-trust-browsererweiterung/

Achtung:
Allerdings solltet ihr euch bei der Bewertung eines Links niemals blind auf die Kennzahlen eines Tool verlassen. So kann z.B. eine neue Domain einen sehr niedrigen Domain-Trust oder LRT Power*Trust aufweisen, euch langfristig aber einen wertvollen Backlink liefern. Im Idealfall benutzt ihr also die Kombination aus Tool und eurem Know-how.

3. Detailliertes Linkaudit

Um zu überprüfen, ob Backlinks dem Ranking schaden oder um euch gezielt auf Linkaufbau-Maßnahmen vorzubereiten, ist vorab ein Linkaudit lohnenswert. Für das Sammeln und Verifizieren der gesamten Backlinks einer Domain sind professionelle Tools empfehlenswert. Aus eigener Erfahrung eignen sich dabei folgende Anbieter am besten:

  • Link Research Tools
  • Sistrix
  • Majestic SEO
  • Ahrefs
  • Google Webmaster Tools

Für einen möglichst vollständigen Linkaudit solltet ihr mehrere Tools verwenden, da ihr z.B. aus der Search Console nicht alle Daten erhaltet.  Die nachfolgenden Grafiken zur Erklärung der Kriterien stammen aus einer Auswertung mit dem Link Research Tool, Majestic SEO und dem Google Webmaster Tool. Um das Backlinkprofil für eine komplette Domain zu bewerten, solltet ihr folgende Punkte unbedingt überprüfen:

2.1. Linktext:

Früher wurden für den Text mit dem die Zielseite verlinkt ist, gerne so genannte Money Keywords verwendet. Also, Keywords die auf ein direktes Ranking für diesen Begriff abzielen. Eine übermäßige Verwendung von solchen Keywords wird von Google als Spam gewertet und massiv bestraft. Auf der sicheren Seite ist man mit natürlichen Linktexten. Fragt euch deshalb, wie würde ein Redakteur ohne SEO-Erfahrung verlinken?

In folgender Abbildungen werden die Linktexte einer Seite ausgewertet und mit den Mitbewerbern verglichen:

Linkbewertung mit dem Linkresearchtool
Quelle: Link Research Tools

Compound Keywords sind zusammengesetzte Wortkombinationen in Verbindung mit dem Markennamen oder einem der Money Keywords.

Im obigen Beispiel ist die Verlinkung mit dem Brand mit 84% enorm hoch und der Anteil der Money Keywords mit 5% sehr gering. Das deutet auf eine starke Marke und auf ein gesundes Linkprofil hin. Ein natürliches Linkprofil hat größtenteils den eigenen Namen und die eigene Domain als Linktexte.

2.2. Link Status:

Die Unterscheidung zwischen Follow und Nofollow ist maßgeblich für die Weitergabe der Linkpower. Durch das Nofollow-Attribut wird Google mitgeteilt, dass es der Verlinkung nicht folgen soll und somit wird auch keine Linkpower weitergegeben. Kommerzielle Links und Werbung sollten mit dem Nofollow-Attribut kenntlich gemacht werden.

Link Status
Quelle: Majestic SEO

Ist die Verteilung von Follow-Links wie im Beispiel überproportional, könnten sich dadurch bessere Rankings im Vergleich zu den Mitbewerbern ergeben. Ein natürliches Linkprofil sollte allerdings immer eine gute Mischung zwischen Follow und Nofollow beinhalten.

2.3. Linktyp:

Beim Link Typ wird hautsächlich zwischen Text- und Bildlinks unterschieden. Links aus iframes, redirects oder versteckten Bildern sind äußert selten und sollten vermieden werden.

Linktyp vergleichen
Quelle: Link Research Tools

Textlinks
Links, die über Texte verlinkt werden, geben sehr gut den Kontext der linkgebenden Seite weiter. Um einen möglichst großen Ertrag aus den Links zu erzielen, ist es besser, die Links aus dem thematischen Umfeld heraus zu verlinken.

Bildlinks
Das kann ebenso per Bild-Link funktionieren. Wichtig ist es, bei Verlinkungen über Bilder einen passenden Alt-Text mitzugeben.

2.3. Linkplatzierung:

Wo ist der Link platziert? Im Text, in der Sidebar oder im Footer? Links, die der User nur schwer sehen kann, können nicht als Mehrwert angesehen werden. Neben Links aus dem Footer gilt das auch für Links von Unterseiten, die gar nicht oder nur schwer erreichbar sind.

Linkplatzierung Vergleich
Quelle: Link Research Tools

In der Beispielauswertung aus dem Link Research Tool fällt auf, dass die Domain fast zu 50% in Paragraphen verlinkt wird. Ein Backlink aus einem eigenen Abschnitt (= Paragraph) ist äußert positiv zu werten. Ebenso sind Links aus dem Content positiv zu werten, da es eine hohe Themenrelevanz verspricht. Dagegen sind Backlinks aus Linklisten oder dem Footer-Bereich skeptisch zu sehen.

 

2.4. Verhältnis Startseiten- zu Deeplinks

Beim Verhältnis von Deeplinks (=Unterseiten-Links) zu Startseitenlinks ist ein natürlicher Mix ratsam. Besitzt eure Domain hauptsächlich Backlinks auf die Startseite, kann das bedeuten das eure restlichen Inhalte nicht besonders interessant sind.

Google Search Console
Quelle: Google Search Console

Die Beispieldomain besitzt neben vielen Startseitenlinks, auch Backlinks auf verschiedene Unterseiten. Dadurch profitieren die entsprechenden Seiten direkt von der Linkpower. Versucht aber nicht zwanghaft Links für eure wichtigsten Seiten aufzubauen. Mit einer guten internen Verlinkung könnt ihr erhaltene Linkpower gezielt steuern.

 

Tipps für Linkbuilding-Maßnahmen:

Nur durch ein umfangreiches Linkaudit findet ihr heraus, wie euer Backlinkprofil beschaffen ist und wo Handlungsbedarf besteht. Daraus könnt ihr dann eure zukünftige Backlinkstrategie erarbeiten.

  • Benutzt Brand oder Compound Keywords
  • Follow und Nofollow Links für ein natürliches Linkprofil aufbauen
  • Überprüft, ob Bildlinks einen Alt-Text hinterlegt haben
  • Mehr Anstrengung in Links aus dem Content, statt weitere Links aus Linklisten aufzubauen
  • Verhältnis von Startseiten- und Deeplinks überprüfen und Maßnahmen ableiten
  • Linkpower über interne Verlinkung steuern

 

 

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