Interstitials – Google Penalty für mobile Seiten mit blockierten Inhalten

Interstitials – Google Penalty für mobile Seiten mit blockierten Inhalten

Ab dem 10.01.2017 wird Google mobile Seiten, die sogenannte Interstitials verwenden, direkt mit Rankingverlust bestrafen. Interstitials sind Pop-Ups oder verschiedene Formen von Inhalten, die über dem eigentlichen Inhalt einer Seite eingeblendet werden. Die Interstitials lassen sich auf den mobilen Geräten nur schwer wegklicken, ohne dabei den Link oder die Schaltfläche des Overlays versehentlich zu berühren.

Wie bereits im August von Google angekündigt, ist das Ziel der Maßnahme in erster Linie die Verbesserung der mobilen Suchergebnisse. Durch ein Interstitial wird der eigentliche Inhalt einer Seite überdeckt und kann vom User nicht ohne Weiteres gelesen werden. Vor allem im Bereich der mobilen Navigation füllen Interstitials oftmals den gesamten Bildschirm aus und können nur durch Scrollen oder Schließen des Overlay-Banners entfernt werden.

Interstitials werden oft als Werbemittel verwendet, um prominent auf Besonderheiten hinzuweisen. Häufig werden Interstitials auch eingesetzt, um Werbung auf einer Seite zu platzieren und durch die Bildschirm-füllende Ausführung einen Klick zu provozieren. So lassen sich oft hohe Traffic-Zahlen generieren, die jedoch für den Werbetreibenden üblicherweise von sehr geringem Nutzen sind. Nutzer werden meist von ihrer ursprünglichen Intention auf eine eventuell sogar themenfremde Seite geleitet. Dabei entstehen in der Regel sehr negative Nutzersignale für die entsprechende Seite.

Seiten, die mit Interstitials arbeiten, weisen eine schlechtere Nutzererfahrung verglichen mit als Seiten, auf denen die Inhalte direkt zugänglich sind. Die schlechteren Nutzersignale, die durch eine Verwendung von Overlay-Inhalten entstehen können, konnten auch bislang bereits das Ranking einer Seite negativ beeinflussen. Mit dem Update vom Januar 2017 wird der negative Effekt auf eine einzelne Seite noch einmal dediziert verstärkt.

In welchen Fällen wird eine Seite abgestraft?

Als Beispiele für die Interstitial-Technik, die für den User Inhalte schlechter erreichen lässt, gibt Google an:

schadhafte Interstitials
https://webmasters.googleblog.com/2016/08/helping-users-easily-access-content-on.html
  • PopUps, die den Haupt-Content einer Seite überdecken, sobald man auf ein Ergebnis in den Suchergebnissen geklickt hat. Aber auch, wenn das PopUp erscheint, während man sich die Seite ansieht.
  • Anzeige einer „Standalone“-Seite, die der eigentlichen Seite vorgeschaltet ist. Diese muss zuerst weggeklickt werden, bevor der eigentliche Inhalt erreicht werden kann.
  • Anzeige einer „Standalone“-Seite, die lediglich über dem Inhalt zu sehen ist. Der User kann auch durch einfaches Scrollen zum gewünschten Inhalt navigieren, ohne den Interstitial-Inhalt eigens schließen zu müssen.

 

interstitals mit penalty
https://webmasters.googleblog.com/2016/08/helping-users-easily-access-content-on.html

 

Wird jede Verwendung von PopUps immer abgestraft?

Klare Antwort von Google: Nein!

Natürlich immer in Abhängigkeit von einer angemessenen Verwendung, gibt es einige Fälle, in denen ein Interstitial als natürlich und auch notwendig für eine Seite angesehen wird.

Interstitials sinnvoll
https://webmasters.googleblog.com/2016/08/helping-users-easily-access-content-on.html
  • Interstitials, die aus rechtlicher Sicht auf einer Seite notwendig sind. Beispielsweise die oft verwendete Information über die Verwendung von Cookies, die aktuell immer häufiger anzutreffen ist. Außerdem auch Altersabfragen bei potenziell jugendgefährdenden Inhalten.
  • Login Abfragen, die einen unberechtigten Zugriff auf bestimmte Inhalte zurückhalten sollen. (Möglicherweise wird der Login erst an einem bestimmten Punkt einer Seite durch eine Paywall geschützt. Der verbleibende Content soll dennoch indexiert werden und ein Ranking für die Seite könnte so dennoch gewünscht sein.)
  • Kleine Elemente, die ohne Schwierigkeiten auch auf Smartphones, geschlossen werden können. Oft werden beispielsweise Hinweise auf eine zu installierende App derselben Seite gegeben. Ist der Hinweis übersichtlich und behindert die Lesbarkeit der Inhalte nicht, wird das neue Update die Seite nicht deswegen bestrafen.

 

korrekte Einbindung Interstitials
https://webmasters.googleblog.com/2016/08/helping-users-easily-access-content-on.html

Interstitials für App-Downloads

Wurden bislang Interstitials für einen App Download einer Seite zu stark in den Vordergrund gerückt, hat Google bereits das „mobile-friendly“-Label in der Google-Suche aberkannt. Wichtig ist immer der ungehinderte Zugang zu den Inhalten, die von Google indexiert und auch für das Ranking verwendet werden sollen. Sogenannte „App-Install-Banner“ dürfen – wie in der Grafik ersichtlich – nicht den Inhalt einer Seite verdecken.

Einbindung Native App Installer mobile friendly
https://webmasters.googleblog.com/2015/09/mobile-friendly-web-pages-using-app.html

Eine Alternative sind auch Native App Install Banner, die von Google Chrome bereits unterstützt werden. Chrome bietet die passende App dann via nativem Browser-PopUp zum Download an.

Beispiel native App Install
https://developers.google.com/web/updates/2015/03/increasing-engagement-with-app-install-banners-in-chrome-for-android#native

Mit dem Update zur Bewertung der Interstitials wurde der App-Install-Check aus dem mobile-friendly-Check entfernt und direkt in das neue Ranking-Signal integriert, sodass keine zwei einzelnen Bewertungen vorgenommen werden.

Wie wirkt sich die Interstitial – Penalty auf das Ranking aus?

Wird auf einer Seite ein Interstitial gefunden, das die Lesbarkeit von Inhalten übermäßig beeinträchtig, wird nur diese eine Seite abgestraft. Gary Illyes stellte schnell nach der Ankündigung des Updates via Twitter klar, dass nicht eine ganze Seite von der Strafe betroffen sein wird.

 

Tweet Gary Illyess - Interstitials

https://twitter.com/digitalwhat/status/769477572740644865

Das neue Signal ist weiter auch nur eine unter sehr vielen Metriken zur Bewertung einer Seite. Wenn eine Seite das beste Ergebnis zu einer Suchanfrage liefert, die Inhalte aber durch ein Interstitial behindert werden, kann die Seite dennoch weiterhin auf den vordersten Positionen ranken. Werden die User Signale durch den Interstitial übermäßig schlecht, weil beispielsweise die Bounce-Rate erheblich steigt, kann eine Seite automatisch schlechter ranken, ohne dass ausschließlich die Penalty dafür verantwortlich ist.
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